Förderung

Aufgrund eines erfolgreichen, den Förderungsvoraussetzungen entsprechenden Kinofilms (Referenzfilm) fördert das Filminstitut die Herstellung und Entwicklung neuer Filme in Form nicht rückzahlbarer Zuschüsse (Referenzmittel).

Voraussetzung ist, dass der Referenzfilm mindestens 40.000 Referenzpunkte erreicht hat. Die Referenzpunkte werden aus dem Zuschauer*innenerfolg (Besuche) im Inland sowie Teilnahmen und Preisen an international bedeutsamen Festivals ermittelt. Siehe Festivalliste unten bzw. Anlage D der Förderungsrichtlinien.

Die Berechnung der Referenzmittel erfolgt gemäß jenen Förderungsrichtlinien, die zum Zeitpunkt des ersten referenzmittelauslösenden Ereignisses gültig sind: dem gewerblichen Kinostart in Österreich bzw. dem Datum der Festivalteilnahme bzw. der Auszeichnung (Aktuelle Richtlinien).

Für die Berechnung der Referenzmittel steht in der Sidebar ein Tool zur Verfügung. Ein Referenzpunkt entspricht einem Kinobesuch im Inland gegen Entgelt. Werden pro Eintritt weniger als der durchschnittliche österreichische Kartenpreis des Vorjahres, abzüglich der Preise für Filme in 3D und Filme mit Überlänge abgerechnet, so errechnen sich die Eintritte aus den Einnahmen geteilt durch diese Basis.
Der Durchschnittskartenpreis beträgt 8,30 Euro für das Jahr 2016 und 8,47 Euro für 2017, 8,55 Euro für 2018, für das Jahr 2019 sind es 8,63 Euro. Mindestens 40.000 Referenzpunkte müssen erreicht werden, um Referenzmittel auszulösen, für Kinder-, Nachwuchs- und Dokumentarfilme gelten erleichterte Zugangsbedingungen; 40.000 Referenzpunkte entsprechen 300.000 Euro. Mit dem „Auslands-Oscar“ oder der „Goldenen Palme“ der Filmfestspiele von Cannes werden 260.000 Punkte ausgelöst, dies entspricht 800.000 Euro, der Obergrenze an Referenzmitteln, die mit einem Film erreicht werden kann.

Um Referenzmittel auszulösen, muss ein Film mindestens zwei der folgenden drei Kriterien erfüllen:

  • Österreichische Regie (Hauptverantwortung)
  • Österreichische Mehrheitsbeteiligung (wobei der künstlerische und technische Anteil dem finanziellen Anteil jedenfalls zu entsprechen hat)
  • Österreichische Hauptverantwortung in zumindest zwei der drei Bereiche Drehbuch, Kamera, Schnitt.

Referenzmittel werden auf Antragstellung durch den*die Produzent*in zur Verfügung gestellt. Dazu steht das Antragsformular Bindung von Referenzmittel zur Verfügung. Spätestens bis 15. Jänner des Jahres, in dem der Abruf geplant ist, sind diese Anträge abzugeben. Nicht rechtzeitig angemeldete Referenzmittel können für das jeweilige Jahr nicht zur Verfügung gestellt werden. Nach Prüfung der Unterlagen erhalten die Produzent*innen die schriftliche Zuerkennung.

Referenzmittel für Produzent*innen
Referenzmittel sind widmungsgemäß für die Herstellung eines neuen Kinofilms zu verwenden. Bis zu maximal 80.000 Euro davon können für Stoffentwicklung (1. und 2. Stufe), Projektentwicklung sowie für sämtliche Maßnahmen der Verwertung verwendet werden.

Die Anträge für die konkrete Projekte können frühestens nach Kinostart gestellt werden und müssen innerhalb von 36 Monaten ab Kinostart mittels Fördervertrag verwendet werden. Nicht innerhalb der Frist abgerufene Referenzmittel erlöschen. Eine Fristverlängerung ist nicht möglich.

Anträge für konkrete Projekte ausschließlich mit Referenzmittel können mit den entsprechenden Formularen jederzeit gestellt werden, sie sind an keinen Einreichtermin gebunden. Alle Unterlagen sind in einfacher Ausführung vorzulegen.

Anträge für Projekte mit selektiven Fördermitteln und Referenzmitteln müssen zu den Antragsterminen gestellt werden.

Es sind die Antragsformulare des jeweiligen Förderbereichs zu verwenden: StoffentwicklungProjektentwicklungHerstellungVerwertung und an einreichung@filminstitut.at zu senden.

Referenzmittel für Autor*innen und Regisseur*innen („incentive funding“)
Zusätzlich zu Referenzmittel für Produzent*innen fördert das Filminstitut auch die Entwicklung neuer Stoffe („incentive funding“), antragsberechtigt sind die*der Autor*in und die*der Regisseur*in des Referenzfilms.
Pro Referenzfilm werden dafür für Autor*innen 15.000 Euro, für Regisseur*innen 20.000 Euro und für Autorenfilmer*innen 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. Waren mehrere Autor*innen und/oder Regisseur*innen am Referenzfilm beteiligt, wird aliquot geteilt.

Das Filminstitut informiert die Regisseur*innen und Autor*innen über die Zuerkennung und die Höhe der Referenzmittel.

Die Anträge auf Stoffentwicklung können frühestens nach Kinostart, spätestens 24 Monate danach gestellt werden, danach erlischt die Zusage und damit die Bindung dieser Mittel.

Anträge für eine Stoffentwicklung aus Referenzmitteln können jederzeit gestellt werden, sie sind an keinen Einreichtermin gebunden, alle Unterlagen sind in einfacher Ausführung vorzulegen. Es sind die Antragsformulare für die Stoffentwicklung zu verwenden und einreichung@filminstitut.at zu senden.

Für Fragen zur Referenzfilmförderung wenden Sie sich bitte an
Mag.a Lucia Schrenk.

 

 

Festivalliste

gültig ab 01.01.2019

Spielfilm

Preise (260.000 Punkte)

Cannes („Palme d’Or“)
Oscars („Best International Feature Film“, „Best Motion Picture“, „Best *Director“)

Preise (220.000 Punkte)

Berlin („Goldener Bär“)
Cannes („Grand Prix“, „Prix du Jury“, „Prix de la mise en scène“)
Venedig („Leone d’Oro“)

Preise (175.000 Punkte)

Berlin („Silberner Bär – Großer Preis der Jury“, „Silberner Bär für die beste Regie“, Encounters „Bester Film“)
Cannes („Caméra d’Or“)
European Film Awards („Best European Film“, „Best European *Director“)
Golden Globe Awards („Best Foreign Language Film“)
Venedig („Leone d’Argento-Gran Premio della Giuria“, „Leone d’Argento-Premio per la migliore Regia“, „Premio Speciale della Giuria“)

Preise (110.000 Punkte)

Berlin (Encounters „Beste Regie“, „Spezialpreis“)
Cannes („Prix Un Certain Regard“)
European Film Awards („European Discovery-Prix FIPRESCI“)
Karlovy Vary (Grand Prix „Crystal Globe“)
Locarno („Pardo d’oro“)
Rotterdam („Hivos Tiger Award“)
San Sebastian („Concha de Oro“)
Sundance („World Cinema Grand Jury Prize“)
Toronto („Platform Prize“)

Preise (60.000 Punkte)

Berlin („Preis für den besten Erstlingsfilm“, „Caligari-Preis“, „Panorama Audience Award“, „Teddy Award“)
Busan („Busan Bank Award“)
Karlovy Vary („Special Jury Prize“)
Locarno („Premio speciale della giuria“, „Premio speciale della giuria *cineasti del presente“)
Rotterdam („Jury Tiger Award“)
Saarbrücken („Max Ophüls Preis“)
San Sebastian („New *Directors Award“)
Shanghai („Golden Goblet Award“)
Tokyo („Tokyo Grand Prix“)
Venedig („Premio Orizzonti“, Premio „Luigi De Laurentiis“ per un’Opera Prima, „Hearst Film Award for Best Female Director“)

Preise (40.000 Punkte)

Créteil Films de Femmes („Best Narrative Feature Film“)
Hong-Kong („Firebird Award“)
London BFI FF („Best Narrative Film Award“)
Mumbai („Golden Gateway trophy“)
Mar Del Plata („Astor de Oro“)
New York Tribeca Film Festival („Nora Ephron Prize“)
Seoul International Women´s Film Festival („Golden Wolf Award“)
Toronto („People’s Choice Award“)

Teilnahmen (220.000 Punkte)

Oscars („Best International Feature Film“, „Best Motion Picture“, „Best *Director“)

Teilnahmen (200.000 Punkte)

Cannes (Wettbewerb)

Teilnahmen (110.000 Punkte)

Berlin (Wettbewerb)
Golden Globe (Nominierung „Best Foreign Language Film“, „Best Motion Picture“, „Best *Director“)
Venedig (Wettbewerb)

Teilnahmen (60.000 Punkte)

Cannes („Quinzaine des *Réalisateurs“, „Semaine de la Critique“, „Un Certain Regard“)
Berlin („Encounters“)

Teilnahmen (30.000 Punkte)

Berlin („Panorama Special“, „Forum“, „Berlinale Special“)
European Film Awards („Best European Film“, „Best European *Director“)
Locarno (Wettbewerbe „Piazza“, wenn Weltpremiere)
New York Tribeca Film Festival („International Competition“)
San Sebastian (Wettbewerb „New *Directors“)
Sundance („World Dramatic Competition“)
Toronto („Platform Competition“)
Venedig („Orrizonti“, „Settimana della Critica“, „Giornate degli *Autori“)

 

Zusatzliste für Dokumentarfilm

Preise (260.000 Punkte)

Oscars („Best Documentary Feature“)

Preise (110.000 Punkte)

Amsterdam („Best feature length Award“)
Berlin („Glashütte Original Dokumentarfilmpreis“)
European Film Awards („Best European Documentary“)

Preise (60.000 Punkte)

Kopenhagen CPH:DOX („DOX:AWARD“, „NEW:VISION Award“)
Leipzig („Goldene Taube“)
Nyon („Sesterce d’or“, „Prix du Jury“)
Sundance („Grand Jury Prize“)
Yamagata („The Grand Prize – The Robert and Francis Flaherty Prize“)

Preise (40.000 Punkte)

Créteil Films de Femmes („Best Documentary Feature Film“)
London BFI FF („Grierson Award for Best Documentary“)
Marseille („Grand Prix“)
Toronto Hot Docs („Best International Documentary“)

Preise (30.000 Punkte)

Karlovy Vary („Grand Prix for Best Documentary Film“)
Paris-Cinéma Du Reél Paris („Grand Prix Cinéma du Réel“)
Sheffield („Grand Jury Award“)

Teilnahmen (220.000 Punkte)

Oscars („Best Documentary Feature“)

Teilnahmen (30.000 Punkte)

Amsterdam (Wettbewerb)
Berlin („Panorama Dokumente“)
European Film Awards (Nominierung „Best European Documentary“)
Kopenhagen CPH:DOX (Wettbewerb)
Nyon (Wettbewerb)
Sundance (World Documentaries)
Toronto Hot Docs (International Spectrum)
Venedig (Venice Classics Documentary Films)

 

Zusatzliste Kinderfilm

Preise (60.000 Punkte)

Berlin, Kinderfilmfest „Generation“ („Gläserner Bär für den besten Film“)
Toronto, „Young Audience Award“

Preise (40.000 Punkte)

Amsterdam, Cinekid („Cinekid Lion“, „Jury Award“)
Chicago („Adult Jury Prize for Live Action Feature Video“)
Gera Kinderfilmfestival („Goldener Spatz“)
Giffoni („Goldener Gryphon“, „Jury Grand Prix“)
Zlin („Golden Slipper“)

Teilnahmen (30.000 Punkte)

Amsterdam, Cinekid
Berlin, Kinderfilmfest „Generation“
Chicago CICFF
Toronto Wettbewerb

 

Redaktioneller Hinweis: Preise und Teilnahmen für Spielfilme gelten für Dokumentar- und Kinderfilme. Weiters wird klargestellt, dass eine Teilnahme „Out of Competition“ am Wettbewerb von Cannes, Berlin oder Venedig einer „regulären“ Wettbewerbsteilnahme gleichgestellt ist (siehe Pkt. 7.3.).

*Die angeführten Namen von Festivals, -schienen und Preisen wurden im Original übernommen und entsprechen daher nicht in allen Fällen der Genderpolitik des Österreichischen Filminstituts. Selbstverständlich sind bei der Nennung von männlichen Bezeichnungen auch weibliche Filmschaffende angesprochen.