Förderung

Green Filming ist dem Österreichischen Filminstitut ein wesentliches Anliegen. Grünes Produzieren ist in vielen Ländern bereits Standard und wesentlicher Bestandteil von Förderkonzepten im Hinblick auf Nachhaltigkeit und Einsparung von CO2-Emmissionen.

Mit der Initiative und Einführung eines Abschlussberichts „Green Report“(Herstellung) und der Möglichkeit zur optionalen Erarbeitung eines „Green Concept“ (Projektentwicklung) möchte das Österreichische Filminstitut auf das Thema der ökologischen Nachhaltigkeit in der Filmherstellung hinweisen und bietet Filmproduktionen dadurch Hilfestellung zur Annäherung an das Thema „Green Filming“.

Dazu hat das Österreichische Filminstitut zwei Handlungsleitfäden zur jeweiligen Förderungsstufe Herstellung bzw. Projektentwicklung erarbeitet. Diese enthalten Informationen zum Thema Green Filming, Einreichung der Förderung und dem Abschlussbericht.

Eine Übergangsphase der Umstellung 2021/2022 ist selbstverständlich vorgesehen.

 

Österreichisches Filminstitut – Green Filming / Richtlinien-Ergänzung und Abschlussbericht

Green Filming ist dem Österreichischen Filminstitut ein wesentliches Anliegen. Durch die Richtlinienergänzung soll ein wesentlicher Beitrag zu den nationalen und europäischen Klimaschutzzielen eines ökologisch nachhaltigen Produzierens als zeitgemäßer Qualitätsstandard für vom Filminstitut in der Herstellung geförderte Filme eingeführt werden. Basis hierfür sind die in der Richtlinie UZ 76 („Österreichisches Umweltzeichen“) „Green Producing“ geregelten und mit der Filmwirtschaft abgestimmten Kriterien und Maßnahmen. Weiters sollen Produktionsfirmen bei der Implementierung der Öko-Standards unterstützt werden.

In der Aufsichtsratssitzung vom 02.12.2020 wurde daher mit Wirkung vom 01.01.2021 eine Richtlinien-Ergänzung beschlossen, die die Voraussetzungen für Förderungen um den Bereich „Green Producing“ ergänzt (siehe neuen Punkt 6.1.7. der RL):

6.1.7. Die Förderung setzt voraus, dass die produktionsbezogenen Vorgaben der Richtlinie UZ 76 Österreichisches Umweltzeichen „Green Producing in Film und Fernsehen“ in der geltenden Fassung zu berücksichtigen sind.  Ab 01.01.2022 sind dem Filminstitut für in der Herstellung geförderte Produktionen nach Abschluss der Produktion, spätestens bis zur Endabrechnung, die nach den produktionsbezogenen Vorgaben der Richtlinie UZ 76 in der geltenden Fassung getroffenen Maßnahmen für eine umweltgerechte und nachhaltige Produktion in Form eines detaillierten Abschlussberichts verpflichtend zu belegen.

Kalkulation der zu erwartenden Mehrkosten: Etwaige Mehrkosten für die Einhaltung der Maßnahmen im Rahmen der Filmherstellung sind grundsätzlich förderfähig (vorbehaltlich einer Überprüfung) und können in den Herstellungskosten entsprechend kalkuliert werden. Als Mehrkosten gelten unter anderem auch die Kosten für die*den Green Film Consultant und die Kosten für die Zertifizierung für das Österreichische Umweltzeichen (sofern eine Zertifizierung angestrebt wird, ersuchen wir diese extra in der Kalkulation auszuweisen).

Ein Weiterbildungskurs zum*zur Green Film Consultant wird derzeit von der Lower Austrian Filmcommission (LAFC) kostenlos angeboten. Informationen dazu finden sie hier: Touch Green:::LAFC

Gleichwertige künftige kostenpflichtige Weiterbildungskurse werden im Rahmen der „Beruflichen Weiterbildungsförderung“ vom Österreichischen Filminstitut aktuell zu 90% übernommen.

Voraussetzung für die Anerkennung der Kosten in der Herstellung oder Projektentwicklung eines*er Green Film Consultant ist der Nachweis der oben genannten Weiterbildungen oder der Nachweis bereits als Green Film Consultant gearbeitet zu haben. Es ist möglich, sowohl eine*einen firmeninterne*n, als auch eine*n externe*n Green Film Consultant einzusetzen.

Lower Austrian Film Commission - Das LAFC Evergreen Prisma

Die Lower Austrian Film Commission (LAFC) hat sich im Bereich Green Filming besonders früh engagiert und nicht nur hohe eigene Kompetenz in diesem Bereich erworben, sie gibt diese auch an die Branche und andere Partner zB. in Form von Workshops z.B. in Form von Workshops bzw. Webinaren, weiter.

Als zentrale Servicestelle für nationale und internationale Dreharbeiten in Niederösterreich präsentierte die LAFC bereits 2018 den ersten Green Guide Österreichs, der 2019 zu einer einzigartigen, digitalen Plattform ausgebaut wurde. Neben zahlreichen Maßnahmen für sämtliche Aspekte der Filmproduktion finden sich praktische Möglichkeiten inkl. spezifischer Instrumente, wie Filme umweltverträglicher produziert werden können. Der Service ist kostenlos.

Die Lower Austrian Film Commission hat als solide Basis für zielgerichtete, interregionale Synergien zwischen österreichischen Film Commissions u.a. die Arbeitsgemeinschaft GREEN FILMING AUSTRIA ins Leben gerufen und wurde kürzlich für ihre umfassende Green Filming Initiative für den EU-Kulturmarken-Award 2020 und dem Makers & Shakers Awards 2020 in den Preiskategorien „FILM COMMISSION INITIATIVE OF THE YEAR“ und „SUSTAINABILITY AWARD“ nominiert. (Text der LAFC)

Für ihre Green Filming Initiative Evergreen Prisma wurde die LAFC nun mit dem internationalen Preis „FILM COMMISSION INITIATIVE OF THE YEAR 2020“ ausgezeichnet.

 

Details siehe https://www.lafc.at/greenguide/

Österreichisches Umweltzeichen - Green Producing in Film und Fernsehen

Umweltzeichen UZ 76

Seit 2017 ist es in Österreich möglich, eine Filmproduktion mittels Zertifizierung für Green Producing und der Vergabe des Österreichischen Umweltzeichens durch das Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus (BMNT) auszeichnen zu lassen.

Die Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens

Mit dem Österreichischen Umweltzeichen werden spezifische Filmproduktionen, nicht eine einzelne Produktionsfirma, ausgezeichnet. Dabei müssen die ökologischen Anforderungen entlang der gesamten Herstellungskette einer Filmproduktion erfüllt werden.

Eine Filmproduktion ist wie folgt definiert: die Herstellung von Kino-, Werbe-, Dokumentar- oder Fernsehfilmen, Serien, Shows (wenn der Aspekt des Aufzeichnens im Vordergrund steht) oder Reportagen, die sich in die Phasen Projektentwicklung, Vorproduktion, Dreharbeiten, Postproduktion und Filmverwertung gliedert.

Die Richtlinie beinhaltet für die spezifische Filmproduktion Kriterien in den Bereichen Mobilität und Klimaschutz, Set, Materialien für Bauten, Szenenbild und Requisiten, Kostüm und Maske, Technik, Catering und Unterkünfte. Obwohl die spezifische Filmproduktion ausgezeichnet wird, sind darüber hinaus auch Kriterien festgelegt, die von der Produktionsfirma erfüllt werden müssen. Diese müssen bei der Umweltzeichen Erstprüfung nachgewiesen werden. Die Produktionsfirma muss unter anderem eine/einen Green Producing Beauftragte/n ernennen, sich an eine umweltfreundliche Büroführung halten und ihre Mitarbeiter zur umweltfreundlichen Mobilität motivieren.

Die Richtlinie des Österreichischen Umweltzeichens UZ76 und alle dazugehörigen Informationen finden sie hier: https://www.umweltzeichen.at/de/produkte/filmproduktion