Leitbild für berufliches Verhalten bei Produktionen ÖFI-geförderter Filme

Ziel dieses allgemeinen Leitbilds für berufliches Verhalten (Code of Ethics) ist in Ergänzung zu den be­reits im Statement der Projekt­kommission zum Aus­druck gebrachten Positionen, insbesondere zu den Bereichen Diversität, Repräsentation und Gleichstellung von Geschlecht, die im Grunde selbst­verständliche aber nunmehr auch in dieser Form unmissver­ständliche Fest­schreib­­ung von Prinzipien, Werten und Grundsätzen, die das Österreichische Film­institut in Bezug auf die eigene Organisation nach innen pflegt und nach außen im Rahmen der Produktion geförderter Filme voraus­setzt.

1. Verantwortung durch Fürsorgepflicht

Den Arbeitgeber und alle ihn repräsentierenden Führungskräfte trifft eine Fürsorgepflicht, die aktiv wahrzunehmen ist. Sie sind verantwortlich dafür, Maßnahmen gegen jede Form von Diskriminierung zu setzen, sobald sie davon erfahren.

2. Anti-Diskriminierung
Niemand darf aufgrund des Geschlechts, sexueller Orientierung, Herkunft, Aussehen, ethnischer, kultureller, religiöser oder sozialer Zugehörigkeit, Bildungsniveau, Hautfarbe, Alter, Größe, Familienstand oder rechtsstaatlicher politischer Überzeugung benachteiligt oder herablassend behandelt werden.

3. Respektvoller Umgang
Respektloses Verhalten ist nicht zu tolerieren. Die Meinungen anderer sind zu respektieren und dürfen nicht zum Ziel von persönlichen Angriffen werden. Eine Umgebung, in der sich Menschen unwohl oder bedroht fühlen, ist weder produktiv noch kreativ. Respektieren Sie auch am Set / Arbeitsplatz die Privatsphäre von Kolleg/innen.

4. Professionelles Verhalten
Respektvoller Umgang ist Grundlage jedes professionellen Verhaltens. Tragen Sie aktiv dazu bei, ein konstruktives und wertschätzendes Arbeits-Klima zu schaffen. Überlegen Sie Ihre Wortwahl und ver­wenden Sie eine angemessene und der Situation angepasste Sprache. Jede Form von Belästigung­en und ausgrenzendes Verhalten sind nicht akzeptabel.
Dies schließt ein, ist aber nicht beschränkt auf:

  • Mobbing und Androhung von Gewalt
  • Diskriminierende Witze und diskriminierende oder ausgrenzende Sprache
  • Das unaufgeforderte Teilen von unangemessenen, sexuell eindeutigen oder gewalttätigen Inhalten insbesondere über digitale Medien
  • Persönliche Beleidigungen jeglicher Art
  • Unerwünschte sexuelle Aufmerksamkeit

Generell gilt: Kommunizieren Sie klar Ihre eigenen Grenzen und respektieren Sie die Grenzen anderer. Wenn Sie jemand bittet, mit etwas aufzuhören, dann hören Sie damit auf!

5. Nicht zuschauen
Wenn Sie Belästigung, respektloses oder schikanöses Verhalten gegenüber einer anderen Person beobachten, haben Sie die Pflicht, zu handeln. Ignorieren Sie es nicht. Zeigen Sie, dass Sie es nicht dulden. Seien Sie proaktiv, sprechen Sie es sofort an oder versuchen Sie, angemessen einzugreifen.

Das Ignorieren des Verhaltens könnte als stille Zustimmung gewertet werden. Unterschätzen Sie nicht Ihre Wirkung als passive*r Zuschauer*in!

Hinweis: Anlauf- und Beratungsstelle gegen Diskriminierung und Ungleichbehandlung, Macht­missbrauch, sexuelle Übergriffe und Verletzungen im Arbeitsrecht, für alle, die in der öster­reichischen Film- und Fernsehbranche tätig sind: https://we-do.filmschaffende.at/

Österreichisches Filminstitut
September 2021