Im Gespräch mit Sylvie Weber & Anouk Shad zu ihrem neuen Spielfilm-Projekt RÍO MASACRE.
„Alle spüren etwas, aber niemand weiß genau, woher es kommt.“

Der Río Masacre trennt und verbindet zugleich. Er teilt die Insel Hispaniola in Haiti und der Dominikanischen Republik, er trägt bis heute die Traumata eines geteilten Schicksals der Kolonisation, er ist ein Ort sorgloser Kindheit und tiefer historischer Wunden. In ihrem Spielfilmdebüt RÍO MASACRE schicken die Filmemacherinnen Sylvie Weber und Anouk Shad ihren Protagonisten von Österreich aus auf eine Reise zu diesem Fluss an der Grenze und entwickeln dabei eine fluide Sicht auf Fragen der Zugehörigkeit.
RÍO MASACRE ist ein Film über das Entwurzelt-Sein, übers Nirgendwo-Dazugehören. Die Handlung des Films ist an den beiden Orten, die Sylvies Identität bestimmen, angesiedelt: in der Dominikanischen Republik, wo ihre Wurzeln mütterlicherseits liegen, und am Bodensee. Können Sie die zentralen Orte des Films geografisch und historisch positionieren?
SYLVIE WEBER: Der Film spielt zwischen dem Bodensee bei Bregenz, wo ich aufgewachsen bin, und der Dominikanischen Republik, woher ein Teil der Familie meiner Mutter kommt. Genau gesagt in Dajabón, einer Grenzstadt zu Haiti, wo sie einen Teil ihres Lebens verbracht hat. Der Grenzfluss Río Masacre teilt die beiden Länder.
ANOUK SHAD: Sylvie, deine Mutter hat oft davon erzählt, wie sie als Kind im Río Masacre gebadet, sich an Lianen über den Fluss geschwungen und Früchte direkt von den Bäumen gegessen hat. Diese unbeschwerten Kindheitserinnerungen stehen gleichzeitig im starken Kontrast zu dem Namen des Flusses. Es wird aufs Erste gar nicht bewusst, welche Bedeutung und welche Geschichte dahinterstecken. Aber in den Menschen lebt die Geschichte des Flusses weiter. Sie beginnt damit, als die Insel Hispaniola in der Kolonialzeit zwischen Frankreich und Spanien aufgeteilt wurde. Im Zuge dessen, wurde die indigene Bevölkerung weitgehend ausgelöscht. 1937 ließ der dominikanische Diktator Rafael Trujillo entlang der Grenze zu Haiti Tausende Haitianer*innen und haitianischstämmige Dominikaner*innen ermorden. Viele wurden im und am Río Masacre getötet.
SYLVIE WEBER: Man nennt es auch Parsley-Massaker, weil der spanische Begriff perejil (Petersilie) von vielen haitianischen Arbeiter*innen, die Kreol sprachen, in der damaligen Situation nicht korrekt ausgesprochen werden konnte. Dieses Sprachkriterium wurde genutzt, um Menschen zu identifizieren und voneinander zu trennen. Der Name des Flusses verweist allerdings auf ein früheres Massaker. Dieser Fluss trägt also viel Erinnerung und Trauma in sich, was bis heute in den gesellschaftlichen Spannungen zwischen Dominikaner*innen und Haitianer*innen nachwirkt.
Der zweite wesentliche Ort liegt am Bodensee, also ebenfalls am Wasser und ist ebenfalls eine Gegend, wo es Traditionen gibt, die mit alten Mythen in Verbindung stehen. Wie sind Ihnen diese Parallelen bewusst geworden?
SYLVIE WEBER: Anouk und ich haben das Skript zusammen entwickelt und geschrieben. Es fließen von uns beiden autobiografische Elemente ein. Anouk ist in Österreich aufgewachsen, ich auf der deutschen Seite des Bodensees, 15 Minuten von der Grenze entfernt. Mit Vorarlberg haben wir einen Handlungsort, der für beides steht. In Vorarlberg wie auch auf der schwäbischen Seite gibt es Fasnets- oder Faschingstradition, die mich mit ihren Masken und heidnischen Bräuchen immer schon fasziniert hat. Vereinskultur, die über Generationen hinweg in Familien weitergegeben wird, kann aber auch sehr befremdlich wirken. Als Kind schwankte ich zwischen dem Wunsch dazuzugehören, und dem Gefühl, mich damit überhaupt nicht identifizieren zu können. Ich bin in meinem schwäbischen Dorf am Bodensee sehr dominikanisch aufgewachsen.
ANOUK SHAD: Uns war im österreichischen Teil auch wichtig zu zeigen, dass es auch in diesen Regionen Traditionen gibt, in denen Spiritualität mit dem Übernatürlichen in Verbindung steht – und dass man nicht einfach trennen kann: hier die Logik, dort der Hokuspokus. Das Wasser trägt sowohl dort als auch hier eine starke symbolische Bedeutung: Es steht für das Leben und – aufgrund der Massaker – auch für den Tod; für den Fluss des Lebens, für Erinnerungen, die nicht verschwinden, und für die Formen, die diese annehmen können.
Sie sind ein mixed-identity Regie-Duo, das am ersten Langfilm in Österreich arbeitet – sie schreiben zusammen, Sylvie macht Regie und Anouk Produktion. Wie haben Sie als Team zusammengefunden? Um welche Aspekte möchten Sie das österreichische Filmschaffen mit Ihren Erzählungen erweitern?
SYLVIE WEBER: Wir haben uns vor fünfzehn Jahren beim Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien kennengelernt und über die Jahre eine sehr enge Vertrauensbasis aufgebaut. Daraus ist Schritt für Schritt eine gemeinsame Arbeitsweise entstanden, in der wir heute auch gemeinsam schreiben. Die Themen Identität, Zugehörigkeit schwingen dabei immer mit. Es war allerdings keine bewusste Entscheidung, bestimmte Themen aufzugreifen, eher ein natürlicher Impuls. Gleichzeitig wollten wir nicht nur auf Identitätsfragen reduziert werden, sondern breite Narrative erkunden.
ANOUK SHAD: Von den Themen, mit denen wir uns beschäftigen, wissen wir, dass sie sehr viele Menschen beschäftigen; ihre Sichtbarkeit ist gering, obwohl die Mehrheit der Menschen auf diesem Planeten mixed sind oder verschiedene Identitäten in sich tragen.
SYLVIE WEBER: Ich glaube, uns interessieren einfach Figuren und Realitäten, die oft am Rande der Gesellschaft stehen oder in der Filmlandschaft kaum sichtbar sind bzw. waren. Diese Perspektiven öffnen den klassischen Erzählkanon ein bisschen und erzeugen Reibung, das ist spannend.
ANOUK SHAD: Als nächsten Film machen wir einen Thriller, eine Komödie oder Sci-Fi, dann ist die Identität Teil der Normalität und nicht unbedingt das Hauptthema.
Wann hat es eine erste gemeinsame Reise für das Filmprojekt in die Dominikanische Republik gegeben? Was haben Sie recherchiert und entdeckt?
SYLVIE WEBER: Als Kind und Teenager war ich oft dort. Dann gab es eine sehr lange Pause. Auch deshalb, weil ein Teil meiner Familie in die USA gezogen ist und ich dann eher dort war. Als wir die Förderung für die Projektentwicklung bekommen haben, sind wir zur Recherche in die Dominikanische Republik gereist.
ANOUK SHAD: Es war auch auf einer persönlichen Ebene sehr wichtig, diese Reise zu machen.
SYLVIE WEBER: Es war wichtig, dass wir diese erste Reise gemeinsam machen, weil wir uns so gut kennen und so viel Vertrauen da ist. Anouk kennt meine Familie, meine Lebensrealität und sie weiß, wie vulnerabel es ist, die eigene Biografie offenzulegen. Es war eine sehr emotionale Erfahrung und auch ein kleines Aha-Erlebnis für dich, Anouk.
Aha-Erlebnis im Sinne von …
ANOUK SHAD: Ich glaube, wir haben es uns insgesamt ein bisschen einfacher vorgestellt. Es war vergleichbar mit der Reise-Erfahrung unserer Hauptfigur Rio. Er beginnt zu verstehen, warum seine Familie so ist, wie sie ist.
SYLVIE WEBER: Bei unserer Reise wurden uns die gesellschaftlichen Hintergründe und die politische Realität noch einmal ganz anders bewusst. Gleichzeitig gab es schöne Begegnungen mit den Familienmitgliedern, die einen sofort wieder aufnahmen, als wäre man nie weggewesen.
ANOUK SHAD: Es war eine Form von Forschungsreise. Es ist Teil unseres Filmemachens, dass wir unser eigenes Leben erforschen, weil Sylvie und ich nicht in einer Community von Menschen aufgewachsen sind, die aus dem Land stammen, aus dem unsere Familien kommen. Mein Vater kommt aus Süd-Sudan. Ich bin in Österreich zu einer Zeit aufgewachsen, wo es beschränkte Vielfalt gab. Sylvie war in ihrem Dorf am Bodensee genauso kulturell isoliert. Wir hatten jeweils als Bezugspunkte einen Menschen und wir müssen nun als Erwachsene selbst auf die Reise gehen und die Puzzleteile zusammenfügen. Daher war diese Recherche-Reise sehr wichtig und auch sehr intensiv. Und der Prozess ist noch gar nicht abgeschlossen. Es ist ein Irrtum zu glauben, mit ein paar Reisen etwas erledigen und Antworten finden zu können.
SYLVIE WEBER: Man sagt in der Dominikanischen Republik auch Ni de allí, ni de allá. Weder von hier noch von dort. Das bringt das Gefühl zum Ausdruck, wenn man zwischen zwei Welten aufgewachsen ist. Man erlaubt sich oft in beiden Räumen nicht hundert Prozent authentisch aufzutreten, weil man nicht genau weiß, wo man dazugehört. Wie man damit umgeht, ist eine der zentralen Fragen des Films.
ANOUK SHAD: Die Message des Films und auch für uns selber ist die, dass es nicht darum geht, wie ich da oder dort lebe, sondern vielmehr darum, die Pforten zu öffnen und alles erleben zu dürfen, ohne Entscheidungen treffen zu müssen. Wir sind anders als unsere Eltern. Menschen, die in ein anderes Land aufgebrochen sind, machen es sich schwer: Sie suchen nach Rechtfertigung, warum sie weggegangen sind, nach Argumenten, was am einen oder anderen Land schlecht oder gut ist. Man muss nicht herausfinden, ob eine Entscheidung richtig oder falsch war. Es geht darum, sich zu öffnen, damit es zirkulieren kann.
Rio bekommt durch diese Reiseerfahrung vielleicht auch eine andere Sicht auf sein Umfeld in Vorarlberg. Wie ist diese Figur Rio entstanden? Warum ist ein junger Mann Ihre Hauptfigur geworden?
SYLVIE WEBER: Diese Frage wird tatsächlich oft gestellt. Es war keine bewusste Entscheidung, eher etwas, das sich sehr intuitiv ergeben hat – fast wie ein kreativer Download. Von Anfang an hat es sich richtig angefühlt, ohne dass wir das groß diskutieren mussten. Dass Rio ein junger Mann ist, erlaubt uns vielleicht eine Art Distanzierung oder Selbstschutz als Erzählerinnen. Trotz allem fließen unsere Identitäten in diese männlich gelesene Figur ein und es ist gewiss eine Spiegelung. Wäre unsere Hauptfigur eine Frau, würde sich die gesamte Dynamik noch einmal anders verschieben.
ANOUK SHAD: Es wäre ein ganzer Stoß an zusätzlichen Problemen dazu gekommen, die wir nicht hätten weglassen können, die aber nicht Teil dessen waren, was wir in RÍO MASACRE thematisieren wollten.
SYLVIE WEBER: Ich glaube, dass das Thema Männlichkeit vor allem in der Dominikanischen Republik gerade eine interessante Veränderung durchmacht. Es ist ein gesellschaftlicher Wandel spürbar, mehr Dialog. Jede Figur im Film trägt etwas von uns, egal welches Geschlecht.
Wir haben Sie den gemeinsamen Schreibprozess gestaltet?
SYLVIE WEBER: Es war organisch. Wir haben einen Fahrplan gemacht und uns die Charaktere und Kapitel aufgeteilt und dann ausgetauscht. Wohin wir mit der Geschichte wollten, war für uns beide eindeutig.
ANOUK SHAD: Eine hat sich mit dem Anfang beschäftigt, die andere mit der Mitte. Manchmal hatte eine von uns eine Idee und hat sie hineingeschrieben. Wir haben viel geredet und dann aber auch wieder viel zugelassen, was die jeweils andere einbrachte. Manches ist wieder rausgefallen oder es hat einen Anstoß für eine weitere Entwicklung genommen. Im Grunde war die Arbeitsweise sehr frei.
SYLVIE WEBER: Gute Ideen entstehen dann, wenn man sich den Freiraum dafür lässt. Und das hat in unserem Fall gut funktioniert, weil wir uns sehr gut kennen und einander vertrauen.
Im Treatment sprechen Sie auch von einer „poetischen Rückeroberung“, was auch zur Bildsprache verweist. Wie haben Sie Kameramann Konrad Losch in den Prozess eingebunden?
SYLVIE WEBER: Anouks und meine Bildsprache ist stark poetisch und metaphorisch geprägt – das gehört ganz grundsätzlich zu unserer persönlichen Ausdrucksform. Deshalb machen auch die spirituellen Elemente in unserer Arbeit so viel Sinn für uns.
Wir arbeiten an einer Bildsprache, die nicht alles erklärt, sondern eher über das Fühlen funktioniert, damit sich die Zuschauer*innen selbst ein Bild machen und sich hineinbegeben können. Darunter liegt eine stringente Narration, auf der sich verschiedene Layer aufbauen.
Uns interessiert dieses Schichten von kleinen Nebenerzählungen oder subtilen Metaphern, die sich vielleicht sogar erst beim zweiten oder dritten Sehen wirklich erschließen. Im besten Fall entsteht dadurch ein Gefühl, das die Zuschauer*innen mit ihrer eigenen Lebenserfahrung verbindet.
ANOUK SHAD: Uns ist es auch wichtig, dass unsere Crew menschlich zusammenpasst und eine Sensibilität versteht, die den Film auf eine andere Ebene hebt.
Eine zweite inhaltliche Ebene sehe ich in der Frage, wie sich Erinnerung manifestiert – in den Körpern, über die Geister, in den Sprachen?
ANOUK SHAD: Erinnerung ist ein extrem wichtiges Thema in RÍO MASACRE. Am Anfang steht oft dieses diffuse Gefühl: Alle spüren etwas, aber niemand weiß genau, woher es kommt. Erinnerung bezieht sich nicht nur auf das individuell Erlebte, sondern auch auf die Erinnerung der Insel, die in der Figur der Mutter weiterlebt, die diese Erfahrungen auf ihre Kinder überträgt. Es geht um dieses universelle Nachwirken von traumatischen Ereignissen, auch wenn kein konkretes Wissen mehr darüber da ist.
SYLVIE WEBER: Irgendwann bricht es auf die eine oder andere Weise durch. Wir leben gerade in einer Zeit, in der wir sehr deutlich mit den Folgen aktueller und historischer Konflikte konfrontiert sind. Auch das Massaker von 1937 ist ein Beispiel dafür, wie lange diese Verdrängung gesellschaftlich nachwirkt. Es manifestiert sich in Körpern, in Geschichte, in Gesellschaft und Politik. Unverarbeitete Erfahrungen setzen sich heute an Grenzen und die Frage ist: Was passiert mit einer Gesellschaft, die ihre Geschichte nicht ausreichend aufarbeitet bzw. daraus lernt? Was auf der Insel seit der Kolonialisierung geschehen ist, steht exemplarisch für viele andere Orte der Welt–damals wie heute.
ANOUK SHAD: Diese Insel verbindet eine arge Geschichte, verbunden mit Rassismus, mit dem Ranking von Menschen auf dieser Welt. Haiti war der erste freie Sklavenstaat. Bis heute müssen die Menschen den Preis dafür zahlen.
SYLVIE WEBER: Es gehört bis heute zu den ärmsten Ländern der Welt – nicht nur aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen, sondern auch als Folge wiederkehrender Naturkatastrophen und der anhaltenden Ausbeutung natürlicher Ressourcen – es ist alles miteinander verbunden.
RÍO MASACRE wurde im ersten Jahrgang des Talent LAB des ÖFIs entwickelt. Wie hilfreich war diese Begleitung?
ANOUK SHAD: Das Team und die anderen Teilnehmer*innen des Talent LAB sind wie die Aunties unseres Films.
SYLVIE WEBER: Sie haben uns wirklich toll unterstützt und tun es noch immer. Wir haben in dieser Phase der Projektentwicklung viele Workshops absolviert und gleichzeitig den Film weiterentwickelt. Ich weiß, dass sich viele Filmemacher*innen so eine Begleitung wünschen würden. Wir sind wirklich sehr dankbar.
ANOUK SHAD: Wir mussten auch im Laufe dessen eine Produktionsfirma gründen, weil es uns sehr wichtig war, dass wir den Film unseren Vorstellungen gemäß realisieren konnten. Die Firma heißt Ripe GmbH, weil die Zeit reif ist. Ich habe einen Verein namens Gewächshaus für Filmschaffende of Color im deutschsprachigen Raum, dem auch Sylvie angehört. Wir hatten in den letzten Jahren viele Workshops und Community-Arbeit gemacht. Es braucht aber auch Produktionsstrukturen, die eine entsprechende Umsetzung ermöglichen.
SYLVIE WEBER: Es zieht sich eine Philosophie durch unsere Arbeit, die gleichzeitig unserer Lebensweise entspricht. Wir wollen nicht nur Community-Arbeit vor und hinter der Kamera leisten, sondern auch in den Geschichten, die wir erzählen.
ANOUK SHAD: Wir haben, auch wenn es eine Herausforderung war, den Anspruch auf Diversität in unserem Team umgesetzt. Es waren viele Leute dabei, für die es der erste Spielfilm war. Das war schön und besonders.
SYLVIE WEBER: Wir haben viele neue Talente im Team, die zuvor kaum oder noch gar keine Erfahrung im Langfilm sammeln konnten, aber ready waren, den nächsten Schritt zu gehen. Genau darum geht es auch: gemeinsam Möglichkeiten zu schaffen und sich gegenseitig dabei zu unterstützen.
ANOUK SHAD: Man wächst zusammen.
Wie haben Sie die Teams in beiden Ländern zusammengeführt?
ANOUK SHAD: Wir hatten in beiden Ländern Casting-Direktor*innen und wir wollten Laien und professionelle Darsteller*innen mischen. Der Darsteller für Rio ist Dominikaner, der in Deutschland aufgewachsen ist, schon lange nicht mehr dort war und beide Sprachen perfekt spricht– das war wie eine Nadel im Heuhaufen finden. Wir haben auch Community Castings in Schulen oder Baseball-Clubs gemacht. Umgekehrt haben wir auch in Bregenz die local community involviert.
SYLVIE WEBER: Cool war, dass zwischen den Departments ein Dialog stattfand, da wir ja zwei komplett unterschiedliche Crews in Österreich und in der Dominikanischen Republik hatten.
ANOUK SHAD: Wir haben keine Head of Departments aus Österreich mitgenommen. Es war uns extrem wichtig, dass die kreative Oberleitung jeweils in dem Land war, wo wir den Dreh gerade umsetzten. Es ist einerseits eine deutsch-österreichische Geschichte und andererseits eine dominikanische Geschichte. Es wäre unfair gewesen, wenn eine Seite dominiert hätte.
Interview: Karin Schiefer
Juni 2026