© Milena Schlösser

 

VALIE EXPORT – DAS BEWAFFNETE AUGE

Sie war sehr experimentierfreudig und vieles ist, wenn man es heute betrachtet, visionär.

VALIE EXPORT war in vielen ihrer Arbeiten und Projekte ihrer Zeit voraus. Magna, die 1975 von ihr in Wien kuratierte Ausstellung, sollte die Vielfalt der internationalen weiblichen Kunstproduktion ins Licht rücken. Der Spirit der Stadt war damals für die Größe der Idee noch zu eng. Die Filmemacherin Claudia Müller wird in ihrem Portrait VALIE EXPORT – DAS BEWAFFNETE AUGE dieser Ausstellung eine zweite Chance eröffnen, das weit reichende Spektrum von VALIE EXPORTs Schaffen abbilden, sie als wesentliche Wegbereiterin für nachfolgende Generationen ins Bewusstsein rücken und sich dabei mit ihrer Protagonistin auf ein Spiel aus virtuellen und realen Fakten einlassen.

 

VALIE EXPORT – DAS BEWAFFNETE AUGE hat eine Besonderheit: Es ist Ihr zweiter Film über VALIE EXPORT, nach dem TV-Portrait Ikone und Rebellin aus dem Jahr 2015. Ist es eine besondere Chance, zu einem Thema einen zweiten Film zu machen, im Bewusstsein, dass man für den ersten Film auch Dinge auslassen musste, die man gerne behandelt hätte? Auf welche Aspekte möchten Sie nun im Besonderen eingehen?

CLAUDIA MÜLLER: Es ist bei meinen Dokumentarfilmen oft so, dass etwas übrigbleibt, was man noch erzählen will. Mein erster Film Ikone und Rebellin war ja ein ganz kompakter, werkbiografischer Film. Dieses Mal wollte ich einen anderen Fokus setzen und vor allem auch eine Erzählform finden, die zu VALIE EXPORT passt. Ich versuche immer, für jede Künstlerin, jeden Künstler, die ich portraitiere, eine Form zu finden, die mit der jeweiligen Arbeit korrespondiert. VALIE EXPORT ist nicht nur eine bedeutende und bekannte Künstlerin, die ein vielschichtiges und übergreifendes Werk geschaffen hat, sie war auch Kuratorin. Sie hat Ausstellungen kuratiert, manifest-artige Texte geschrieben und sie stand vor allem mit sehr vielen internationalen Künstler*innen ihrer Zeit im Austausch. Ich hielt das für einen spannenden Aspekt, der noch mal einen anderen Blick auf ihr Oeuvre eröffnet. Ich wollte VALIE EXPORT im Kontext der Kunstgeschichte dieser Zeit zeigen und ich möchte, dass man in diesem Film erfahren kann, wie sehr sie nachfolgende Generationen beeinflusst hat. Aus ihrem Werk lassen sich tausende andere Werke schöpfen, es enthält so viele Ideen, die andere aufgegriffen haben. Ein Ausgangspunkt dieses Films besteht darin, die Ausstellung Magna, die sie 1975 in Wien gemacht hat, ins Zentrum zu setzen.

 

VALIE EXPORT ist eine von vielen herausragenden Künstlerinnen, der in Österreich die Ehre des späten Ruhms zuteil wird, was oft damit zu tun hat, dass sie ihrer Zeit zu weit voraus waren. Inwieweit hat VALIE EXPORT gesellschaftspolitische Themen künstlerisch aufgegriffen? Worin bestätigt sich ihr Weitblick bis heute?

CLAUDIA MÜLLER: VALIE EXPORT wurde sehr lange und vor allem in Österreich als Skandalkünstlerin abgestempelt, weil sie den Körper ins Zentrum ihrer Kunst gestellt hat. Bis heute wird immer wieder, wenn über ihre Arbeit berichtet wird, das Tapp- und Tastkino gezeigt, was in seiner Aussage oft missverstanden wurde. Das Tapp- und Tastkino war sicher einen Meilenstein in der weiblichen Kunstgeschichtsschreibung, weil es um Selbstermächtigung geht. Das allein reduziert aber den Blick auf das umfangreiche und vor allem vielfältige Werk von VALIE EXPORT. Sie hat z.B. mit Rollenzuweisungen gespielt; in der Fotoserie Identitätstransfer ist sie in bestimmte Rollen geschlüpft. Das hat später Cindy Sherman Untitled Filmstills oder ihren History Portraits ähnlich gemacht.

Dann hat sie ikonografische Bilder aus der Kunstgeschichte wie z.B. von Botticelli genommen, nachgestellt und persifliert. D.h. den männlichen Blick auf den weiblichen Körper. Das war revolutionär. Die Idee dahinter war, die Darstellung der Frau in der Kunstgeschichte zu hinterfragen. Sie hat sich sehr früh auch mit virtueller Realität auseinandergesetzt. Anfang der neunziger Jahre z.B. ist das Drehbuch zum Film Der virtuelle Körper entstanden, der nie verwirklicht wurde. Was passiert mit dem physischen Körper, wenn der virtuelle Körper übernimmt? Wie hat sich das heute erfüllt? VALIE EXPORT hat sich immer mit den neuesten Techniken beschäftigt, ganz früh schon mit Computern und virtueller Realität auseinandergesetzt. Sie war einfach sehr experimentierfreudig und vieles ist, wenn man es heute betrachtet, visionär.

 

In der Rezeption in Österreich wird sie eher in ein Naheverhältnis zu Aktionismus und Wiener Gruppe gebracht. Ist sie in Wirklichkeit nicht einen eigenständigen Weg gegangen?

CLAUDIA MÜLLER: Absolut. Ich halte diese Assoziation für sehr problematisch, weil die Aktionisten ein völlig anderes Frauenbild hatten. Für sie waren Frauen vor allem Objekte. Wenn man sich die Aktionen anguckt, stellt man fest, dass VALIE EXPORT einen komplett anderen Ansatz hatte. Es ging ihr gerade ums Gegenteil, nämlich die Frau aus dem Objekt-Status zu befreien und darauf durchaus ironisch und humorvoll hinzuweisen. Der Humor, der ihren Arbeiten innewohnt, wird oft unterschätzt. Viele ihrer Arbeiten haben eine subtile Ironie und waren keineswegs bitterernst. Der feministischen Kunst und dem Feminismus wurde oft Dogmatismus vorgeworfen. Das mag in manchen Fällen stimmen. Wenn man alte Strukturen aufbrechen will, muss man erst mal klare Statements setzen und das ist nicht immer lustig, weil es ja um etwas geht. Um ganz klare Benachteiligung und Ungleichheit. VALIE EXPORT hat aber in einigen Arbeiten auch eine Form der Ironie gefunden, die entlarvend ist. Man braucht sich nur meinen Lieblingsfilm Unsichtbare Gegner anzuschauen. In diesem Film steckt nicht nur Ironie, sondern er ist auch ein Fundus von künstlerischen Ansätzen, die sich durch ihr gesamtes Werk ziehen. Für mich ist dieser Film ein ganz geniales Werk vor allem, weil vieles darin immer noch sehr aktuell ist.

 

Es scheint, als müsste die Kunst von Frauen immer wieder aufs Neue ins Leben gerufen werden. Man hält Dinge jetzt für neu, die vor dreißig oder vierzig Jahren von anderen Künstlerinnen bereits bearbeitet wurden.

CLAUDIA MÜLLER: Ich hatte für Arte eine achtteilige Serie über Künstlerinnen gemacht, für die ich ein ähnliches Konzept hatte wie für diesen Film. Ich habe eine Ausstellung in den Mittelpunkt gestellt und die jeweilige Künstlerin gebeten, eine virtuelle Ausstellung nur mit Kunst von Frauen zu kuratieren. Einige haben sich davor gescheut, einen rein weiblichen künstlerischen Kontext zu schaffen. VALIE EXPORT hatte in den siebziger Jahren dasselbe Problem: Als sie die erwähnte Ausstellung Magna gemacht hat, haben Künstlerinnen wie Meret Oppenheim oder Rebecca Horn (über die ich auch gerade einen Film mache) abgelehnt, in diesem Kontext aufzutauchen. Sie sagten, sie seien Künstler und nicht Künstlerinnen. Sie fürchteten, nicht ernst genommen zu werden und ihrem Werk zu schaden. VALIE EXPORT war das egal. Sie wollte aufzeigen, welche Vielfalt in der weiblichen Kunstproduktion steckt, wie viele wegweisende Ansätze es gibt und dass es sich eben um keine „Frauenkunst“ handelt, sondern um großartige, ernstzunehmende Kunst. Ich halte das auch für einen sehr solidarischen Akt. VALIE EXPORT war da immer sehr offen. Natürlich gab es auch Konkurrenz durch ähnliche Ansätze, es war aber trotzdem so, dass sie Kolleginnen auch gefördert und zusammengebracht hat. Sie hat Netzwerke geknüpft und das finde ich großartig. Auch dem gilt mein Interesse im Film.

 

Ist VALIE EXPORT – DAS BEWAFFNETE AUGE ein Film, der weniger ein Film über sie als vielmehr ein Film mit ihr ist?

CLAUDIA MÜLLER: Das ist in der Tat der Fall. Sie wirkt selbst an der Auswahl der Künstlerinnen für die Ausstellung des Films mit. Sie hat, wie erwähnt, 1975 die Ausstellung Magna in der Galerie nächst St. Stephan gemacht. Nicht weniger als drei Jahre hat es gedauert, bis sie sie endlich realisieren konnte. Zuerst mangelte es an Geldgebern, dann am geeigneten Ort und sie ist dafür sehr viel herumgereist. Damals konnte sie nicht alle Künstlerinnen zeigen, die sie zeigen wollte. Sie hatte die Auflage bekommen, sich auf die österreichischen Künstlerinnen zu beschränken, auch wenn sie das nicht ganz eingehalten hat, indem sie Künstlerinnen der internationalen Szene für Videos oder Gespräche eingeladen hat. Als ich sie angefragt habe, ob sie bereit sei für dieses Filmprojekt mit mir, habe ich ihr auch angeboten: „Du darfst jetzt diese Ausstellung ergänzen und die Künstlerinnen einbringen, die du damals gerne gezeigt hättest.“ Wir wollen im Film keinesfalls eine Retro-Ausstellung machen, sondern ihr auch einen aktuellen Aspekt verleihen. Wir haben lange abgewogen, ob wir auch junge Künstlerinnen reinnehmen und Vergleiche ziehen. Es wäre aber zuviel geworden und hätte von VALIE EXPORT weggeführt. Die Zahl der spannenden jungen Künstlerinnen ist so groß, dass damit ein völlig neues Thema aufginge. Ich habe vorgeschlagen, eher das Themenspektrum auszuweiten: Tanz, Performance Art, Videokunst …, alles, was es zu der Zeit gab. Es war ja so, dass viele Künstlerinnen andere Genres oder künstlerische Praktiken gewählt haben, weil die Malerei völlig von Männern besetzt war. Maria Lassnig war eine Ausnahme, die sich später durchgesetzt hat, aber auch sie hat Filme und Videos gemacht. Es war eine unglaublich innovative Zeit. Es ist so viel an Ansätzen entstanden, nicht aus einer Not heraus, aber aus einem inneren Antrieb, da etwas dagegenzusetzen. Man probierte und experimentierte mit anderen Genres, bis hin zur Rückbesinnung auf weiblich konnotierte Handwerkskunst wie Weben oder Sticken. Das haben sich Frauen dann in den späten achtziger Jahren getraut – ich denke an die Häkelarbeiten von Rosemarie Trockel. Es war lange verpönt und wurde rückerobert. Ich bleibe mit der Ausstellung im zeitlichen Kontext, aber das Spektrum der Künstlerinnen wird geöffnet. Um auf die Frage zurückzukommen: Es wird ein Film mit VALIE EXPORT sein und es wird ein Werkfilm werden. Sie kuratiert nicht nur die Ausstellung mit, sie wird auch an der Auswahl ihrer eigenen Werke mitwirken. Ich versuche natürlich, auch unbekanntere Werke hineinzunehmen.

 

Wie ist das Konzept für den Dokumentarfilm parallel mit der Organisation der Ausstellung entstanden? Die Koordination mit einem Ausstellungshaus, das lange Planungsfristen hat, ist gewiss nicht einfach?

CLAUDIA MÜLLER: Die Magna-Ausstellung meines Films wird keine reale Ausstellung. Das hätten wir zunächst versucht, es gab Gespräche mit dem Belvedere, das eine Ausstellung mit VALIE EXPORT plant, aber es hat sich herausgestellt, dass es zu schwierig gewesen wäre, die langen Vorlaufzeiten eines Museums mit dem Abschluss der Filmfinanzierung zu verbinden. Deshalb habe ich mich für eine rein virtuelle Ausstellung entschieden. Man kann mittlerweile virtuelle Ausstellungen so wunderbar realistisch bauen, dass man das Gefühl hat, in einer echten Ausstellung zu sein. VALIE EXPORT wird selbst die Räume entwerfen. Für mich ist die Magna-Ausstellung so zentral, weil es so ein Umbruch in der Kunstwelt war. VALIE EXPORT hat zehn Jahre später gemeinsam mit Silvia Eiblmayr die Ausstellung Kunst mit Eigen-Sinn kuratiert in der die beiden auch Künstler*innen der darauffolgenden Generation eingeladen haben. Hier wurde sichtbar, wie sehr diese von den Wegbereiterinnen profitiert haben. Welchen Einfluss die feministischen Künstler*innen auf vieles, was heute selbstverständlich ist, hatten.

 

Vor VALIE EXPORT – DAS BEWAFFNETE AUGE haben Sie einen vielbeachteten Film über Elfriede Jelinek gemacht. Auch zum aktuellen Film gibt es da eine interessante Verbindung. Elfriede Jelinek hat mehrfach über VALIE EXPORT geschrieben, ihren künstlerischen und gesellschaftspolitischen Weitblick früh erkannt. Wie wird sie im Film präsent sein?

CLAUDIA MÜLLER: Es gibt zum einen wunderbare Texte von Elfriede Jelinek zu VALIE EXPORTs Arbeiten. Drei habe ich ausgesucht, die hat Elfriede Jelinek bereits für uns gelesen und die werden sich aus dem Off durch den Film ziehen. Und dann gibt es eine reale Begegnung zwischen VALIE EXPORT und Elfriede Jelinek in deren Haus. Als ich mit VALIE EXPORT zu Elfriede Jelinek gefahren bin, hat sich VALIE EXPORT dort gleich in einen Fernsehsessel gesetzt. Mich hat der Sessel an jenen erinnert, in dem Elfriede Jelinek im Film News from Home aus dem Jahr 1988 sitzt. Das war ein Film für den Steirischen Herbst, VALIE EXPORT hatte Elfriede Jelinek beim Anschauen der Nachrichten gefilmt, sie sitzt auf einer Le Corbusier-Liege und kommentiert. Es ist toll und komisch und erzählt sehr viel über Jelineks Arbeiten, die stark aus dem Tagesgeschehen und der Populärkultur inspiriert sind, und über VALIE EXPORT, die in nur einer Kamera-Einstellung beobachtet. Dieser Film wird in meinem Film vorkommen und dann habe ich die beiden in jeweils einen Sessel gesetzt, ein paar Fragen gestellt:  Mein Interview hat sich nach wenigen Fragen mehr oder weniger verselbständigt und ist zu einem Gespräch zwischen den beiden über diese Zeit geworden. Sie sprechen auch darüber, was sie beide in Österreich erlebt haben, wie sie beschimpft wurden, durchgehalten und an das, was sie tun, geglaubt haben. Das war sehr bewegend und eindrucksvoll. Eigentlich fast ein eigenständiger Film.

 

Dem Konzept entnehme ich, dass VALIE EXPORT, sowohl als echte Person als auch als Avatar, als „postbiologischer Körper“ in Erscheinung tritt. Wie kann man sich das vorstellen, welchen Beweggrund gibt es dazu?

CLAUDIA MÜLLER: Es gibt mittlerweile Möglichkeiten – es wird auch mit Schauspieler*innen gemacht –, dass man in einem Studio mit zahlreichen Kameras Bewegungen, Mimik, Gestik einer Person aufnimmt. VALIE EXPORT war völlig begeistert, von dieser Idee. Das heißt, wir werden keine „kleine Comicfigur“ haben, sondern es soll einen VALIE-EXPORT-Avatar geben. Dafür müssen wir zwei, drei Tage mit ihr ins Studio gehen. Der Plan ist, im Sinne der Künstlerin eine Art Verwirrspiel entstehen zu lassen, sodass man gar nicht mehr weiß, was real und was virtuell ist. Das ist ein Mechanismus, dessen sich VALIE EXPORT immer wieder bedient hat. Daher passt es sehr gut. Sie kann es gar nicht erwarten, dass wir ins Studio gehen, um zu sehen, welche Möglichkeiten sich da auftun. Der Avatar wird wahrscheinlich die Stimme der Künstlerin selbst haben. Die Texte von VALIE EXPORT werden von Bibiana Beglau gelesen.

 

Wie sieht nun Ihr Zeitplan für die Herstellung des Films aus?

CLAUDIA MÜLLER: VALIE EXPORT – DAS BEWAFFNETE AUGE entsteht als majoritär österreichische Koproduktion mit Deutschland. Die Produzentin ist meine Kollegin Sabine Derflinger, die ich sehr schätze. Ich hoffe, dass wir im Mai oder Juni mit der Arbeit am Ausstellungsmodell beginnen und den Studiodreh mit VALIE EXPORT absolvieren können. Ich rechne damit, dass der Film in ca. einem Jahr fertig ist.

 

Wie kann man sich die Gestaltung des virtuellen Ausstellungsraums vorstellen?

CLAUDIA MÜLLER: Diesen virtuellen Raum wird ein 3D-Designer in enger Zusammenarbeit mit mir und VALIE EXPORT machen. Er bekommt Videos, verschiedene Ansichten und alle Maße der Werke – das ist etwas, das separat recherchiert werden muss, damit er alles dann gut nachbauen kann.  Es ist eine enorme Rechenarbeit. Als ich vor sechs, sieben Jahren damit begonnen habe, da mussten diese Computer wahnsinnig lange rendern. Mittlerweile geht das alles sehr viel schneller.

 

Welche Assoziation verbinden Sie mit dem effektvollen Untertitel des Films „Das bewaffnete Auge“?

CLAUDIA MÜLLER: Das bewaffnete Auge war der Titel einer Fernsehserie über Aktionismus und Videokunst, die VALIE EXPORT für den ORF gemacht hat, als es noch den tollen Sendeplatz Kunststücke gab. Da hat sie selbst schon mit Videokunst und mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung standen, experimentiert. Den Titel habe ich „geklaut“ und für mich bedeutet es, dass man mit offenen Augen durch die Welt geht und natürlich bedeutet er auch Angriff. Alles auseinandernehmen, wo man sieht, dass es nicht in Ordnung ist. VALIE EXPORT hat oft gesagt, dass sie sich schon als Kind nicht mit einem Ist-Zustand zufriedengegeben hat. Sehr früh ist ihr Zugang zur Welt aus einem Widerstand heraus entstanden, weil sie gesehen hat, dass z.B. die Art, wie Frauen behandelt werden, nicht in Ordnung sind. All das drückt dieser Titel für mich aus.

 

 

Interview: Karin Schiefer

März 2025