Im Gespräch mit Johanna Moder zu ihrem neuen Spielfilm-Projekt BLINDE KUH.
„Es bringt nichts, wehmütig an früher zurückzudenken.“

Dort hinzuschauen, wo es wehtut, tut niemand gern: Der Landwirt nicht, weil er lieber ein Bauer wäre, wie sein Vater einer war. Die Schwester nicht, weil sie erkennen müsste, dass der Hof ihres Bruders längst der Bank ihres Mannes gehört. Wir Konsument*innen nicht, weil uns sonst die Lust auf so manches Stück Fleisch vergehen würde. Johanna Moders Dorf- und Familiengeschichte BLINDE KUH erzählt vom Ende des traditionellen Bauernhofs, von Einsamkeit und einem neuen Miteinander im scheinbar idyllischen Dorfgefüge, wo der Kapitalismus keinen Stein auf dem anderen lässt.
Nach Ihren ersten drei Kinoarbeiten, die im urbanen Milieu entstanden sind, ist BLINDE KUH nun Ihr erster Film, der in einem ländlichen Raum spielt und sich mit dem Niedergang der traditionellen Landwirtschaft beschäftigt. Wie kam es zur Begegnung mit diesem Stoff?
JOHANNA MODER: Der Produzent von BLINDE KUH, Gerald Podgornig, ist auf einem Bauernhof aufgewachsen. Für ihn war dieser Stoff ein Herzensprojekt. Eine erste Inspirationsquelle war Der Bauer und der Bobo, der Dokumentarfilm von Kurt Langbein über die Begegnung zwischen dem Journalisten Florian Klenk und dem Bio-Bauern Christian Bachler, wo es u.a. auch um die Rettung eines Bauernhofs durch Crowd-Funding ging. Gerald hat erst Agnes Pluch von der Geschichte überzeugt, die das Drehbuch geschrieben hat. Dann ist er auf mich zugekommen und was mich besonders berührt hat, war sein Enthusiasmus für diese Erzählung.
Die Finanzierung des Projekts hat eine Weile gedauert. Agnes hat lange zum Thema recherchiert und geschrieben. Ich habe vor einem Jahr Neil Hunter, meinen langjährigen Dramaturgen, ins Boot geholt. Daraufhin hat Agnes noch einmal einen völlig neuen Entwurf der Geschichte erschaffen mit einer weiblichen Hauptfigur, die von Pia Hierzegger verkörpert wird. Das ist unsere finale Fassung, die inhaltlich am Thema blieb, dieses aber neu verpackt. Ich selbst habe das Dorfleben über meine Mutter und meine Großmutter kennengelernt, die aus der Oststeiermark stammen, wo wir jeden Sommer und Winter verbracht haben. Aber echten bäuerlichen Bezug habe ich keinen. Mir ist erst durch die intensive Beschäftigung bewusst geworden, welch große Thematik damit angestoßen wird, die uns alle sehr stark und direkt betrifft. Im Laufe meiner Recherchen bin ich nun auch Vegetarierin geworden, nicht nur, weil ich mich mit richtig argen Sachen aus der Tierhaltung konfrontieren musste, sondern weil man sieht, wie Tiere industrialisiert wurden. Das Tier als Lebewesen ist nicht mehr in der Wahrnehmung, es wird als Rechenaufgabe betrachtet, als Durchlaufposten, der sein Soll zu erfüllen hat. Das Ferkel wird um zirka € 80,- gekauft und um € 150,- veräußert, wenn es zum Schlachthof geht, dazwischen wird es drei, vier Monate im Stall gefüttert. Im bäuerlichen Betrieb, der meistens nur noch aus einer Person besteht, wird durchkalkuliert, wie ein Tierbetrieb noch auf rentable Weise aufrechterhalten werden kann. Die Bilder, die wir von Bauernhöfen reproduzieren oder das, was uns die Werbung von hochwertigen landwirtschaftlichen Produkten glauben macht, ist so was von konträr zu dem, was die Realität der landwirtschaftlichen Tierhaltung tatsächlich bedeutet. Wahrscheinlich will man da nicht hinschauen, weil viele Menschen zu dem Schluss kämen, dass sie das nicht unterstützen und auch nicht mehr essen wollen.
Sie haben eingangs Gerald Podgornigs Begeisterung für diesen Stoff erwähnt. Was waren seine wesentlichen Ansatzpunkte?
JOHANNA MODER: Die Höfe, die wir als Kinder noch als Bauernhöfe wahrgenommen haben, wo wir die Milch mit der Kanne abgeholt haben, mit ein paar Schweinen, ein paar Kühen und ein paar Hühnern, sind sehr stark am Verschwinden, weil es nur noch als Nebenerwerb leistbar ist. Wenn man einen Hof wirtschaftlich führen will, dann braucht es eine Größenordnung von 1200 Schweinen oder 5000 Hühnern …. Laut Statistik sperren in Österreich neun Bauernhöfe täglich zu – es gilt das Prinzip Wachse oder weiche! Seit dem EU-Beitritt rentiert sich vor allem die Vergrößerung des Betriebs, landwirtschaftliche Maschinen sind sehr teuer, der Umbau von Ställen geht in die Millionen. Der Preis, der für Fleisch, Milch oder Eier zu bekommen ist, der ist vorgegeben. Hier ist seitens des bäuerlichen Betriebs kein Verhandeln möglich, die Investitionen, in die die Bauern aufgrund der Marktsituation gezwungen werden, können im Preis nicht weitergegeben werden. Ein Beispiel sind die Vollspaltenböden, die mit einer Übergangsfrist bis 2031 abgeschafft wurden: Das bedeutet Umbau und damit Investition und Kredit. Jedoch ist es quasi unmöglich, diesen Kredit zurückzuwirtschaften. Die meisten Bauern sind verschuldet. Hier schwingt natürlich auch eine Kritik an der der Genossenschaftspraxis mit und dem damit verbundenen Verschwimmen der Interessen zwischen Bauernbund und Genossenschaftsbank. Ich hatte mich mit diesen Themen davor nie beschäftigt und tauche da in eine völlig neue Welt ein. Es gibt auch Leute, die finden, dass die landwirtschaftlichen Flächen viel zu klein sind und Österreich in dieser Hinsicht immer noch eine Ausnahme darstellt. Gleichzeitig haben wir auch Leute kennengelernt, die innovative Ideen und Zugänge haben. Wir drehen an einem Hof, wo man von der Fleischwirtschaft umgestellt hat auf Kuschelkühe. Ich habe einen großen Respekt vor Kühen und finde, dass Kühe gar nichts zum Kuscheln an sich haben; es scheint aber so zu sein, dass mit großem Interesse auf das Angebot reagiert wird. Es buchen Menschen auch von weit her ihren Urlaub dort, um mit den Kühen kuscheln zu können. Schweine hingegen, denen man eine hohe Intelligenz und Sensibilität zuschreibt, werden gar nicht mehr als Lebewesen wahrgenommen.
Der Titel des Films Blinde Kuh verweist auf das Verschließen der Augen vor der Realität seitens der Menschen, die an ihrer traditionellen Landwirtschaft festhalten. Wie sehr geht es Ihnen auch darum, uns Zuschauer*innen bewusst zu machen, wie wir als Konsument*innen unsere Augen vor den Konsequenzen unseres eigenen Handelns verschließen? Ich denke auch an Paula, die Schwester eines Bauern, die als Frau des Bankmanagers ihren Komfort als gegeben hinnimmt, ohne sich des Existenzkampfes ihres Bruders bewusst zu sein.
JOHANNA MODER: Darum geht es. Es steht in unser aller Verantwortung. Wir müssten uns als Konsument*innen zusammentun, um gemeinsam die Notwendigkeit der Veränderung einzufordern. Die Masse hätte eine Macht, aber die Masse will in den Supermarkt gehen und es sollen immer Eier und die billige Extrawurst da sein. Dass etwas auf einer breiten Ebene in Bewegung kommt, bezweifle ich. Ich kann für mich mein Handeln verändern, ich kann mit so einem Film einen Anstoß liefern. Früher hatte ich ehrlicherweise ein größeres Sendungsbewusstsein und den Wunsch mit meinen Arbeiten etwas zu bewirken. Mittlerweile glaube ich, dass ich vielleicht einzelne Personen zum Umdenken bewegen kann. Nikolaus Geyrhalter hat mit Unser Täglich Brot schon vor zwanzig Jahren das Thema in den Fokus gerückt. Ich weiß nicht, was passieren müsste, damit sich etwas in eine neue Richtung bewegt. Wir können als Künstler*innen auf einen Zustand aufmerksam machen. Im besten Fall schauen sich viele Menschen den Film an und nehmen etwas mit.
Ein wesentlicher Punkt in BLINDE KUH ist der Umstand, dass kein Einzelschicksal erzählt wird. Es gelangt nicht nur ein Bauer in eine ausweglose Situation, sondern es wird sichtbar, dass die Problematik im System liegt.
JOHANNA MODER: BLINDE KUH ist der Versuch einen Ist-Zustand abzubilden, zu vermitteln, wie es zurzeit um die Landwirtschaft in Österreich, aber auch um unsere Ernährung und unsere Versorgungssicherheit bestellt ist. Denn die betrifft uns ja alle. Als Konsument*innen in Österreich haben wir ja mit dem AMA-Gütesiegel eine ideale Vorstellung davon, wie hochwertig unsere Ernährung ist oder sein sollte. Erst vor wenigen Tagen wurde in Niederösterreich ein Schweinestall mit 400 verendeten Tieren entdeckt, man spricht von hunderten verschwunden Tieren, die vermutlich von den anderen aufgefressen wurden. Vielleicht 80 konnten dadurch überleben. Und diese „geretteten“ Tiere wurden auf die umliegenden Höfe verteilt und werden in ein, zwei Monaten am Schlachthof enden, um von uns gegessen zu werden. Es ist irgendwie absurd. Wir alle haben keine Idee davon, wie Tierzucht in Wirklichkeit abläuft, gleichzeitig gehen in sozialen Netzen die Emotionen wegen einer getöteten Katze hoch. Es passt so viel nicht mehr zusammen.
Der Aspekt des Blind-Seins könnte sich auf die Beziehung der Figuren zueinander beziehen. Die weiblichen Hauptfiguren Paula und Julia haben eine ganz unterschiedliche Sicht auf Simon, seine Schwester eine von innen, Julia, die den Hof aus ihrer Kindheit kennt, den Blick von außen. Welche erzählerische Spannung entsteht zwischen den beiden Frauenfiguren?
JOHANNA MODER: Julia ist eine Städterin und Journalistin, sie bringt einen komplett anderen Blick auf diese Situation, in der die Landwirtschaftsbetriebe stecken. Sie verkörpert auch diese Verschiebung, die mit unserer romantischen Vorstellung von dem zu tun hat, was in Wahrheit ein beinharter Existenzkampf ist. Paula, Simons Schwester, die im selben Dorf lebt, will gar nicht hinschauen, denn das, was es zu sehen gäbe, will sie nicht sehen. Vor dem Schmerz schließt man lieber die Augen als hineinzugehen und sich ihm auszusetzen. Das Thema psychische Gesundheit und Depression bei den Bauern ist eine große Thematik, natürlich ist sie nicht auf eine Berufsgruppe fokussierbar, aber die Einsamkeit aufgrund der Tatsache, dass die Höfe oft nur von einer Person geführt werden, verschärft die Problematik. Wenn das soziale Netz, das ein bisschen auf die Menschen schaut, nicht mehr existiert, dann kann Depression eine naheliegende Konsequenz sein. Michi, der zweite Bauer unserer Geschichte, der ebenfalls in großen Schwierigkeiten steckt, hat sich Steffi gegenüber (die ihm zugeneigt war), vorab schon verschlossen, weil er davon ausging, dass sie der Härte der Arbeit, dieser ständigen Präsenz am Hof und dem Verzicht auf viele Annehmlichkeiten nicht gewachsen war.
Sie stehen unmittelbar vor Beginn der Dreharbeiten und sind gerade am Proben. Wie setzt sich Ihr Cast zusammen und woran arbeiten Sie gerade gemeinsam?
JOHANNA MODER: Ich habe großes Glück mit meinem Cast, da kann ich mich bei Eva Roth bedanken, die schon lange in die Entwicklung von BLINDE KUH eingebunden war. Wir haben ein Ensemble aus sehr feinen Persönlichkeiten wie Pia Hierzegger, Thomas Schubert, Julia Koschitz, Marlene Hauser und Michael Ostrowski, die alle individuelle schauspielerische Zugänge haben. Mir gibt diese Vorbereitungsphase mit den Schauspieler*innen ein Gefühl, mit welcher Farbe sich jede*r einbringt, mit welchem Pinsel jede*r malt, um ein gemeinsames Bild zu erschaffen und daran arbeiten wir gerade. Es ist bei jedem Film eine Herausforderung, die treffende Sprache zu finden. Bei diesem Film, in dem wir eine bäuerliche Welt erzählen, die nicht unsere ist, bedarf es besonders viel Feingefühl, um weder diese Welt zu verraten noch die jeweilige Figur.
Wie werden Sie in dieser Geschichte vom Land in der Bildgestaltung die Ambivalenz lösen, zwischen der Sicht auf die (Schönheit der) Landschaft und der Brutalität eines Systems, das durch die Erzählung hervorbricht?
JOHANNA MODER: Für mein gesamtes kreatives Team – Setdesign: Hannes Salat, Kamera: André Mayerhofer, Kostüm: Carola Pizzini, Maske: Sam Dobona und Verena Peligrini sowie Musik: Teresa Rotschopf – und mich bedeutet es, eine Art Heimatfilm zu schaffen und gleichzeitig ist das ein Genre, das unseren Intentionen nicht entspricht, weil unser Blick auf die Welt ja ein sehr ambivalenter ist. Es ist eine Gratwanderung zwischen einerseits einen sehr österreichischen Film zu erzählen und andererseits Ambivalenz zuzulassen. Wir haben viel Zeit aufgebracht, um herauszudestillieren, was wir in BLINDE KUH kreieren wollen. Wie pragmatisch sind diese Personen gekleidet, was haben sie für eine Haut, wenn sie viel an der Sonne sind, was erzählen diese Häuser über ihre Vergangenheit, welche Musik wird auf einem Begräbnis gespielt? Wenn man zu einer Welt wenig Bezug hat, neigt man zur Überhöhung. Das versuchen wir zu vermeiden. Meine Regieassistentin Elli Juen hat einen engen bäuerlichen Bezug und versorgt uns mit der nötigen Ambivalenz. Wir sind da am letzten Feinschliff. Das Land per se ist eine eigene Hauptfigur. Es ist ein Konglomerat aus den Assoziationen zum Land, das seine eigene Rolle spielt und die wir durchaus bedienen wollen; gleichzeitig haben wir einen sehr kritischen Blick auf dieses System. Unser Ziel ist, sehr viele Menschen zu erreichen. Wir versuchen, einen anspruchsvollen Film für ein breites Publikum zu erzählen.
Die Geschichte endet in einem Erwachen von Solidarität und Widerstand, es schließen sich vor allem die Frauen im Dorf zusammen. Paula bringt ihren Mann, der für das System steht, in Schwierigkeiten und sie wird angehalten, wieder „normal“ zu werden. Wie wichtig war Ihnen auch, den Handlungsspielraum der Frauen in diesem Kontext zu erzählen?
JOHANNA MODER: Es geht auch um die Rolle der Frauen am Land, wo Frauen nach wie vor eine Rolle erfüllen. Die ländliche Bevölkerung hat stärker als jene in der Stadt eine Vorstellung davon, wie sich eine Frau zu verhalten hat. An diesem Ende des Films haben wir lange geschraubt. Ich finde, der Begriff der Solidarität könnte in der Gesellschaft viel stärker verankert werden. Uns zusammenzutun ist unsere einzige Möglichkeit, sonst können wir nichts verändern. Das Individuum allein ist da machtlos. Es geht nur gemeinschaftlich. Das Tragische an unserer aktuellen Situation ist, dass wir als Individuen gerade vereinzeln, was wiederum dem System so hilft, wenn sich jede*r für sich sagt, dass man allein ohnehin nichts erreichen kann und still vor sich hin verzweifelt. Wenn es uns gelänge, uns zusammenzutun – das ist mein persönlicher Zugang – dann könnten wir eine Veränderung herbeiführen.
In Ihrem Regiestatement zitieren Sie die US-amerikanische Autorin Brené Brown, die formuliert, dass „micro-dosing hope“ uns in der aktuellen Situation voranbringen könnte. Die Zukunftssorgen punkto Klimaveränderung haben diesen Sommer an neuer Brisanz gewonnen. Sehen Sie dennoch eine Chance, im „microdosing of hope“?
JOHANNA MODER: Ich glaube, es ist das Einzige, woran wir uns festhalten können. Man kann zurzeit am Zustand der Welt verzweifeln, wenn man sich intensiv mit den Nachrichten beschäftigt. Der „Wutbauer“ aus Der Bauer und der Bobo, der den Anstoß zu BLINDE KUH geliefert hat und den wir im Zuge unserer Recherchen auch getroffen haben, sagt: „Wir müssen uns anpassen und mit den neuen Klimabedingungen einen Umgang lernen“. Es bringt nichts, wehmütig an früher zurückzudenken. Diesen Klimawandel werden wir nicht mehr aufhalten können. Ich glaube, dass dieser Sommer 2026 der erste von vielen war, die auf uns zukommen werden.
Trotz dieser zutiefst beunruhigenden Lage, ist mein Eindruck nach der Lektüre des Drehbuchs der, dass in BLINDE KUH auch gelacht werden soll.
JOHANNA MODER: Es ist auf alle Fälle so beabsichtigt, dass der Film auch einen humorvollen Ton haben soll. Humor ist mein Versuch, mit der Tragik umzugehen.
Die Dreharbeiten beginnen Ende August. Wo haben Sie die passende Landschaft für diese Erzählung gefunden?
JOHANNA MODER: Wir werden an mehreren Orten im Ennstal – in der Region Pürgg, Gröbming drehen. Es ist unfassbar schön dort. Wenn ich dort bin, kann ich dem inneren Impuls, am liebsten dort zu bleiben, nicht widerstehen. Es wird nicht passieren, aber ein Aufenthalt in so einer Gegend bringt einen inneren Frieden. Der Spruch, dass man aus dem Wald glücklicher herauskommt als man hineingegangen ist, bestätigt sich. Auch eine interessante Erfahrung. Ich liebe die Stadt und lebe gerne dort, aber dieser Kontrast macht bewusst, wie sie uns auch schädigt.
Wir werden bei den Kuschelkühen drehen und auf einem Hof, wo die Betreiber direkt von der Universität für Bodenkultur kommend, einen neuen Betrieb starten, die also kein Familienerbe antreten, sondern versuchen, sich mit Schafen und Ziegen und Käseproduktion etwas aufzubauen. Es gibt sehr innovative Menschen, die um neue Konzepte bemüht sind. Was mir erst jetzt bewusst geworden ist, wie sehr jeder Bauernhof ein Unternehmen ist; meist sind es Familienunternehmen, dennoch funktioniert jeder anders und muss einen individuellen Weg finden, durchzukommen und in diesem System zu überleben.
Wann werden die Dreharbeiten abgeschlossen sein?
JOHANNA MODER: Wir werden die Dreharbeiten am 24. September abschließen. Unsere Hauptsorge so knapp vor Drehstart ist nun das Wetter. Wenn es jetzt durchregnet, ist es eine andere Geschichte, als wenn wir die Geschichte in ein Spätsommerlicht einbetten können. Das Wetter ist die Komponente, die den Film färben wird. Für den Film wünschen wir uns Sonne, aber für die Welt hoffen wir, dass es sehr viel regnen wird.
Interview: Karin Schiefer
August 2026