Unterwasseraufnahme eines dichten Seegrasfelds in klarem Wasser, Sonnenstrahlen scheinen von oben durch das Wasser.

Green Filming Aktionsplan – Nächste Schritte Richtung Zukunft

Ein Blick Richtung Europa zeigt, welche Themenschwerpunkte für die Weiterentwicklung von Green Filming relevant sind und sein werden. Der Aktionsplan ist eine Zusammenfassung derzeit heiß diskutierter Themen.

Nach nunmehr mehreren Jahren der Implementierung verpflichtender nachhaltiger Standards, Regulierungen und Filmförderungsgesetzten in der Filmindustrie in Europa, wird immer konkreter über länderübergreifende Abstimmung, gegenseitige Anerkennung als auch europäische Standards nachgedacht.

Grüne Ko-Produktion wird nun zum gewichtigen Thema in internationalen Arbeitsgruppen (z.B.: Eurimage Sustainibility Study Group, EFAD Sustainibility Working Group).

Die in Österreich im Aril 2022 von EVERGREEN PRISMA initiierte Arbeitsgruppe GREEN CO/PRO EUROPE beschäftigt sich nunmehr seit mehreren Jahren ganz konkret und systematisch mit internationaler, nachhaltiger Koproduktion.

Ein wachsendes Netzwerk aus europäischen Institutionen über Ländergrenzen hinweg bündelt in diesem Think Tank ihre Expertise. Im Jahr 2023 konnten bereits beeindruckende, grenzüberschreitende Kooperationen und Abstimmungen zwischen dem Österreichischen Filminstitut, der IDM-Film- und Musik Commission, der FFA Filmförderungsanstalt und der MOIN Filmförderung erreicht werden.

Es wird direkt an und mit Projekten und Produktionen gearbeitet, die eine finanzielle Beteiligung von den jeweiligen Ländern aufweisen.

Durch den Anstieg der Koproduktionen in den Jahren 2023 und 2024 auf bis zu 57% aller geförderter Projekte des ÖFI wurde diese Notwenigkeit mit Weitblick vorbereitet.

Zusätzlich und mit vorrausschauender Kooperationsbereitschaft, hat das Green Filming Department des Österreichischen Filminstituts im Jahr 2025 bei der Implementierung der Nordic Ecological Standards for cinema, TV, and online/VoD productions -NES der 5 NORDICS (Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden) ihr Know-How ihrer Arbeit und Erfahrungen der letzten Jahre zur Verfügung gestellt. Der Standard basiert auf den deutschen und österreichischen ökologischen Standards (Ökologische Standards für deutsche Kino-, TV- und Online-/ VoD-Produktionen und Kriterienkatalogs der ökologischen Standards für österreichische Kinofilmproduktionen ÖFI/ÖFI+) und stellt ein für die Nordics länderspezifischen und länderübergreifenden Standard dar.

Die visionäre Kraft die bereits 2020 im Synergie Modell Green Filming Austria ihren Anfang gefunden hat, und durch die europaweite Netzwerkarbeit des EVERGREEN PRISMA und des Österreichischen Filminstituts, trägt Früchte.

SYSTEM:

  • Bundesweite und/oder regionale Regulierungen oder Filmfördergesetzte die nachhaltige Filmproduktion beinhalten stellen die rechtliche Basis dar.
  • Länderspezifische, etablierte, ökologische Standards die (derzeit) aufeinander basieren und sich in ihrer Weiterentwicklung aufeinander zu bewegen.

SYNERGY:

  • Gegenseitige Anerkennung und Kooperation zwischen den involvierten Institutionen und Ländern.

BRIDGING – länderübergreifende Instrumente:

  • Die Verwendung von aufeinander basierenden, länderspezifischen, filmspezifischen CO2eq-Rechnern die vergleichbare und gleichzeitig ergänzende Daten liefern können.

Derzeit gibt es in Österreich, Deutschland, Südtirol und in der Schweiz dieses Instrumentarium in mehreren Sprachen. Abgesehen von Deutschland werden diese filmspezifischen Rechner von den jeweiligen Institutionen finanziert und den länderspezifischen Green Film Consultants für ihre Arbeit kostenfrei zur Verfügung gestellt:

  • Zusätzlich wurde ein filmspezifischer Europäischer CO2eq-Rechner MEDIA Carbon Calculator von Creative Europe Media der Europäischen Kommissionfinanziert und eingeführt, der als Basis-Tool benutzt werden kann. Project Coordinator für den MEDIA Carbon Calculator ist Florian Reimann.
  • MEDIA Carbon Calculator
  • Im Jahr 2023 wurden auch erste Schritte im Bereich Green Consultancy Europe unternommen, um die professionelle Ausbildung und fundiertes Wissen zu vermitteln.

Bereits Ende 2023 hat das Österreichische Filminstitut gemeinsam mit den Vertreterinnen der österreichischen Filmbranche und nach Abstimmung im Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts, Regelungen für majoritäre und minoritäre Koproduktionen formuliert und verabschiedet.

Das Green Filming Department hat für die praxisorientierte Umsetzung dahingehend eigene „SCHABLONEN“ entwickelt, die dem jeweiligen Projekt angepasst werden und der Komplexität und großen Unterschiedlichkeit der Projekte mit größtmöglicher Flexibilität begegnen können.

Diese „SCHABLONEN“ stellen einen Fragenkatalog an das Projekt dar, die für das vorliegende Projekt die beste Lösung hinsichtlich Reporting, Auditing und CO2eq-Kalkulation findet.

Ganz generell sind Koproduktionen herausfordernd in ihrer Umsetzung. Neben Themen wie unterschiedlichen Finanzierungs- und Förderlogiken, territorialen Regulierungen, rechtlicher und vertraglicher Komplexität, logistischer Herausforderungen, Zeitplanung, Risiko von Finanzierungslöchern oder Währungsrisiken stellt die nachhaltige Koproduktion zusätzliche und oft ganz andere Herausforderungen dar.

Während eine nachhaltige Umsetzung eine Reduktion von Mobilität und Transport als auch von Ressourcen verlangt, stehen oft etablierte und der Koproduktion immanente Umsetzungsweisen, dem entgegen.

Kulturelle, länderspezifische Unterschiede hinsichtlich Nachhaltigkeit, unterschiedliche Wissensstände hinsichtlich nachhaltiger Filmproduktion von Koproduktionspartnern beziehungsweise unterschiedlichen Regelungen in unterschiedlichen Ländern sind, neben fehlender Vorbereitungszeit, die größten Herausforderungen.

Einfache Lösungen gibt es nicht.

Diesen Herausforderungen muss mit großer Sorgfalt und einer größtmöglichen strategischen und systemischen Herangehensweise begegnet werden. Diese sind möglich, wenn Institutionen gemeinsam mit Filmschaffenden und in länderübergreifender Kooperation auf Augenhöhe, Synergien aus bereits etablierten Systemen und Instrumentarien finden.

Ein einheitlicher Standard allein, ist noch kein System.

Alle Instrumentarien und die Expertise sind bereits da. Um diese gemeinsam zu nutzen und zu konkretisieren, dafür braucht es Zusammenarbeit, Focus, einen 360 Grad Weitblick, Flexibilität der Institutionen und Solidarität.

Green Storytelling ist nicht nur Planet Placement oder das Erzählen von höchstrelevanten, ökosozialen und globalen Themen, es hat auch die Kraft schon bei der Entwicklung von Filmstoffen ganz konkrete Überlegungen miteinzubeziehen, um umweltfreundliche Produktionsweisen bei der Umsetzung zu unterstützen.

Ein Synergie-Effekt von Green Storytelling, als kreative Basis und Erzählstruktur, und Green Filming in der praktischen Umsetzung.

Das Evergreen Prisma beschäftigt sich seit 2021 mit dem Thema Green Storytelling:

EVERGREEN PRISMA | SPOTLIGHT – Green Storytelling

EVERGREEN PRISMA | TRANSFER – Green Storytelling

Die „Green Storytelling Checklist“ ist ein Tool der Green Storytelling Initiative für Drehbuchautor*innen, Dramaturg*innen, Produzent*innen, Redakteur*innen u.a. Entscheidungsträger*innen, um die ökologischen Auswirkungen ihrer Geschichten und Produktionen zu berücksichtigen.

Green Filming | MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

Green Storytelling – Projektzahlen des Österreichischen Filminstitut

Das Österreichische Filminstitut hat im Rahmen der Erhebung der Projektdaten erste Zahlen, wieviele Projekte zugesagt oder vertraglich gebunden wurden. Dabei wurde Planet-Placement nicht berücksichtigt. Die Zahlen stützen sich auf die vorliegenden Synopsen der Projekte die Nachhaltigkeitsthemen oder ökosoziale Themen beinhalten.

GESAMT zugesagte Projekte 2021-2025mit Green StorytellingAnzahl in %
2062713%