Nahaufnahme von grünem Nähgarn, bei der die einzelnen Fäden und ihre feine Textur deutlich sichtbar sind.

DER GRÜNE FADEN – DIE ENTWICKLUNG DES SYNERGIEMODELLS GREEN FILMING AUSTRIA UND GREEN FILMING & FUNDING ÖFI und ÖFI+

Meilensteine zur Entwicklung von Green Filming im Österreichischen Filminstitut seit 2019

  • Mit der Präsentation des Kompetenzzentrums für Green Filming EVERGREEN PRISMA zu Green Filming & Funding in Europa und bestehenden Green-Incentive-Modellen am 28. Oktober 2019 wurde der inhaltliche Impuls für die Schaffung von nachhaltigen Filmförderanreizen gesetzt. Darauf aufbauend markierte diese Veranstaltung den Start der Initiative „ÖFI GOES GREEN“, in deren Rahmen Mag.a Nina Hauser als Nachhaltigkeitsbeauftragte des Österreichischen Filminstituts eingesetzt wurde.
  • Am 27. November 2019 wurde die Arbeitsgruppe „Green Filming Austria“ gegründet. Sie fungierte als Arbeitskreis regionaler und nationaler Filmförderstellen mit dem Ziel, auf Basis bestehender europäischer Modelle ein einheitliches und für die Branche praktikables Anreizsystem für Green Filming in Österreich zu entwickeln. Den Vorsitz übernahm zunächst Dr. Barbara Fränzen für das BMWKMS (ehem. BMKOES). Ziel der Arbeitsgruppe war es, Synergien zwischen den Förderinstitutionen zu identifizieren und im Gestaltungsprozess zu berücksichtigen. Perspektivisch sollte die Integration ökologisch nachhaltiger Kriterien als Qualitätsstandards in nationale und regionale Filmförderungsrichtlinien vorbereitet werden. Die damaligen strategischen Leitlinien umfassten den Beitrag der Filmförderstellen zu Umwelt- und Klimaschutz, die Sicherstellung der künstlerischen Qualität der Filmvorhaben, einen effizienten Einsatz der Fördermittel einschließlich möglicher Einsparungspotenziale sowie eine möglichst weitgehende Harmonisierung mit Deutschland als zentralem Koproduktionspartner.

  • Im Januar 2020 erfolgte der Launch der erweiterten, digitalen Plattform von EVERGREEN PRISMA, Kompetenzzentrum für Green Filming. Seither verzeichnet allein die digitale Plattform von EVERGREEN PRISMA LAFC mehr als 1 Million Seitenaufrufe und 270.000 Nutzer aus 139 Ländern weltweit.

Die sechs Säulen des Evergreen Prisma arbeiten als buntes, innovatioves Kaleidoskop und greifen für die Agenden der grünen Transformation der Filmlandschaft effektiv ineinander. Alle sechs Bereiche werden kontinuierlich aktualisiert, erweitert und weiterentwickelt:

1. Praxis: TOOLS – Evergreen Practice Kit & Carbon Calculator

2. Bildung: TRANSFER – Evergreen Prisma Academy

3. Kommunikation: SPOTLIGHT – Greening News

4. Professionalisierung: POOL – Wissensschatz & Link-Sammlung

5. Horizont: PANORAMA – Green Filming Practice & Map of Green Incentives

6. Spezialisierung: CONNECTIVE– Hub der Green Consultants für Film & TV

  • Start der Kooperation von ÖFI und EVERGREEN PRISMA und Mentoring ÖFI/ Nina Hauser durch EVERGREEN PRISMA/Linn Rott

  • Nach mehreren Workshops in den Jahren 2018 und 2019 zum Dachthema Green Filming Start der EVERGREEN PRISMA-Webinare in Kooperation mit Philip Gassmann zu diversen Themenschwerpunkten und für spezifische Zielgruppen, u.a.:
  • Was ist Green Filming?
  • Green Filming für Austrian Film Commissions & Funds
  • Webinar Camera & Light: Green Filming für Filmschaffende
  • Green Filming für Set, Kostüm und Maske
  • Green Storytelling – Wie erzählt es sich grün?

  • Ein viertägiges Weiterbildungsseminars zum Themenbereich des Green Filming im März hatte zum Ziel, Grundlagen an Interessierte aus der Filmbranche zu vermitteln. Das Seminar wurde in Kooperation zwischen dem europäischen Kompetenzzentrum für Green Filming EVERGREEN PRISMA und dem ÖFI mit dem internationalen Referenten Philip Gassmann durchgeführt.
  • Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Film Commissions in Österreich für nachhaltiges Filmschaffen durch EVERGREEN PRISMA erfolgte im August.
  • Im Dezember wurde der CO2-Rechners für Film & TV Austria von KlimAktiv durch EVERGREEN PRISMA eingeführt.
  • EVERGREEN PRISMA LAFC erhält den International Makers & Shakers Award als ›Film Commission Initiative of the Year 2020‹ und wird erstmals für den European Cultural Brands Award 2020 in der Kategorie ›Sustainability in the Cultural Market‹ nominiert.

  • Der Aufsichtsrat des Österreichischen Filminstituts beschloss mit Wirkung zum 01. Jänner 2021 eine Ergänzung der Förderungsrichtlinien, durch die die Fördervoraussetzungen um den Bereich Green Filming erweitert wurden (Punkt 6.1.7 der Richtlinien). Ziel der Richtlinienergänzung war es, einen substanziellen Beitrag zu den nationalen und europäischen Klimaschutzzielen zu leisten und ökologisch nachhaltiges Produzieren als zeitgemäßen Qualitätsstandard für vom Österreichischen Filminstitut in der Herstellung geförderte Filme zu verankern.
  • Weiterbildungsmaßnahmen wurden ab 2021 im Bereich der ökologischen Filmproduktion gezielt und erweitert gefördert.
  • Etwaige Mehrkosten für die Einhaltung der nachhaltigen Kriterien im Rahmen der Filmherstellung wurden grundsätzlich förderfähig.

NETZWERK UND KOOPERATIONSARBEIT

Ein zentraler Schwerpunkt der gemeinsamen Bemühungen um eine nachhaltige Transformation des österreichischen Filmschaffens lag auf der institutionenübergreifenden Kooperationsarbeit unter Einbindung der Vertretung der Filmschaffenden.

In diesem Zusammenhang arbeiteten das Bundesministerium für Kunst und Kultur (BMKOES, heute BMWKMS), das Österreichische Filminstitut (ÖFI), das Österreichische Umweltzeichen (ÖUZ), EVERGREEN PRISMA LAFC, der Filmfonds Wien (FFW), Film und Fernsehabkommen (ORF) sowie Filmstandort Österreich (FISA, heute FISA+) an einer inhaltlichen und strukturellen Harmonisierung.

Durch diese koordinierte Zusammenarbeit sollte eine tragfähige Basis geschaffen werden, die (auch weiteren) Entscheidungsträger*innen ermöglichte, auf eine fundierte und abgestimmte Wissensgrundlage zurückgreifen zu können. Darüber hinaus trug der institutionelle Austausch dazu bei, weitere Filmförderinstitutionen zur Umsetzung eigener Richtlinienerweiterungen im Bereich nachhaltigen Produzierens zu motivieren und dafür als Vorbild zu dienen.

  • Durch die gezielte Strategie- und Netzwerkarbeit des EVERGREEN PRISMA wurden im Rahmen seiner Green Filming Academy ab 2021 außerdem in allen Filmförderinstitutionen Österreichs professionelle Green Film Consultants ausgebildet.
  • Im Zuge der Einführung der Green-Filming-Richtlinie mit Wirkung zum 1. Jänner 2021 wurden für die Förderungsphase der Herstellung sowie der Projektentwicklung ergänzend der Abschlussbericht „Final Green Report“ sowie zwei erläuternde Handlungsleitfäden erarbeitet. Diese Instrumente dienten der strukturierten Dokumentation und praktischen Umsetzung der Green-Filming-Anforderungen im Förderprozess.

Der darin verankerte Maßnahmenkatalog orientierte sich an den produktionsbezogenen Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens (UZ 76 „Green Producing für Film und TV“). Gleichzeitig wurden durch die Zusammenarbeit mit dem internationalen Experten Philip Gassmann und dem international vernetzten Kompetenzzentrum Evergreen Prisma bereits in dieser frühen Phase erste konzeptionelle Ansätze für eine länderübergreifende Kooperation und Harmonisierung mit dem Koproduktionsland Deutschland berücksichtigt.

  • Im Jahr 2021 wurde die von der EVERGREEN PRISMA ACADEMY initiierte und finanziell getragene Ausbildung und Zertifizierung zur*zum „Green Film Consultant Austria“ in Österreich etabliert. Die Ausbildung ist modular aufgebaut und umfasst mehrere Lehrmodule sowie eine kommissionelle, schriftliche und mündliche Abschlussprüfung einschließlich einer Projektarbeit.

Das Ausbildungsformat „Green Film Consultant Austria“ wurde vom international anerkannten Kompetenzzentrum für Green Filming EVERGREEN PRISMA in Zusammenarbeit mit dem Experten Philip Gassmann, dem Urheber der deutschen Ausbildung, für Österreich weiterentwickelt, mit dem vielseitigen, digitalen Instrumentarium des EVERGREEN PRISMA erweitert und Filmschaffenden kostenfrei ermöglicht.

In weiterer Folge fanden eine stete Internationalisierung, Weiterentwicklung und Aktualisierung der Ausbildungsinhalte durch EVERGREEN PRISMA statt.

Bis einschließlich 2025 wurden 8 Generationen von Green Film Consultants Austria ausgebildet – insgesamt 90 Filmschaffende mit einer Frauenquote von 63%, darunter auch Mitarbeiter*innen von Filmförderinstitutionen.

  • Mag.a Nina Hauser absolvierte mit Start der Ausbildungsoffensive im Mai 2021 die Ausbildung zur Green Film Consultant der EVERGREEN PRISMA ACADEMY.
  • In diesem Zusammenhang erfolgte im November 2021 die Gründung des Verbands der Green Film Consultants Austria (VGFCA). Er fungiert seither als Interessenvertretung und ist Mitglied des Dachverbands der Österreichischen Filmschaffenden. Gegründet von Linn Rott/Evergreen Prisma, Nina Hauser/Österreichisches Filminstitut, Tamara Seliger und Barbara Weingartner, die bei der konstituierenden Versammlung zum ersten Verbandsvorstand gewählt wurde.
  • Die Einbindung einer*eines professionellen Green Film Consultant in das jeweilige Filmprojekt wurde nach Abstimmung zwischen den Förderinstitutionen verpflichtend festgelegt.
  • Im Mai 2021 erfolgte der Beitritt des Österreichischen Filminstituts/Nina Hauser sowie des EVERGREEN PRISMA/Linn Rott als Expertinnen und österreichische Vertreter*innen in die „Sustainability Study Group“ von EURIMAGES, um die nationale Perspektive in die europäische Nachhaltigkeitsinitiative von Filmförderung einzubringen.
  • Im April 2021 begann das Österreichische Filminstitut den Zertifizierungsprozess als OekoBusiness Wien-Betrieb. Dabei wurden 13 Umweltleistungen sowie acht Maßnahmen in einem dreijährigen Umweltprogramm verankert, und ein öko-soziales Leitbild erstellt, das die Verpflichtung des Instituts zu nachhaltiger und sozial verantwortlicher Arbeitsweise dokumentiert. Die Erstzertifizierung erfolgte im Jahr 2022, die Wiederzertifizierung im Jahr 2025.
  • 2021 veranstaltete Evergreen Prisma im Rahmen seiner Green Filming Academy neben dem Format ›GREEN FILM CONSULTANT AUSTRIA‹ zahlreiche Weiterbildungswebinare in Kooperation mit internationalen Expert*innen wie Philip Gassmann. Mehrere Webinare widmeten sich der Vermittlung von Green Filming Basics für professional Filmschaffende, eines wurde auf österreichische Förderinstitutionen und Filmcommissions ausgerichtet. Ein Webinar führte erstmals das Thema Green Cinema nach Österreich. Auch internationalen Kontext fanden zahlreiche Präsentationen und Workshops statt.
  • Im Juni 2021 wurde EVERGREEN PRISMA in seiner Rolle als pan-europäisches Information Hub für Green Filming als Key-Speaker vom European Audiovisual Observatory, einem Teil des Europarates, zur ersten globalen Konferenz zum Thema Nachhaltigkeit in der Medienlandschaft eingeladen.
  • Erstmals richtete EVERGREEN PRISMA seinen Wissenstransfer auch speziell an den nationalen und internationalen Filmnachwuchs.
  • Mit „GET READY!“ starteten Linn Rott und Philip Gassmann darüber hinaus auch ihre Lehrtätigkeit an der Filmakademie Wien, die Green Filming als verpflichtend im Curriculum des Grundstudiums verankert.
  • Mit dem ersten Pilotprojekt von EVERGREEN PRISMA, das es seither jährlich einem anderen Thema aus dem Kosmos des nachhaltigen Filmschaffens widmet, wurde außerdem die Synergie für Green Filming zwischen heimischen Förderinstitutionen untersucht. Es ermöglichte die Begleitung eines Nachwuchsprojekts und dessen Teams durch eine Green Film Consultant Austria der EVERGREEN PRISMA ACADEMY und durch kooperierende Filminstitutionen und evaluierte die Erfahrung für weitere Schritte.
  • Für seine herausragende und innovative Leistung erhielt EVERGREEN PRISMA LAFC den European Cultural Brand Award 2021 in der Kategorie „Sustainability in the Cultural Market“.

Angesichts der dynamischen Entwicklungen von Green Filming sowohl in Österreich als auch in anderen Ländern Europas rückte 2022 die Vernetzung mit weiteren Stakeholder*innen auf europäischer Ebene verstärkt in den Fokus. Ein Schwerpunkt lag dabei auf den Bestrebungen, neben der nationalen Ausrichtung die Entwicklungen im europäischen Raum gleichzeitig proaktiv mitzugestalten und die gewonnene Expertise dafür entsprechend einzubringen.

  • Die 2022 gegründete Arbeitsgruppe GREEN CO/PRO EUROPE des Kompetenzzentrum für Green Filming Europe EVERGREEN PRISMA markierte die Geburtsstunde für Green Filming & Funding auf europäischer Ebene und fungiert seither als innovative, institutionenübergreifende Plattform zur Abstimmung zwischen Förderinstitutionen und Expert:innen für Green Filming & Funding.

Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) ist seit Beginn Mitglied und bringt seine Expertise ein. Dabei werden Green Filming und Green Funding miteinander institutionsübergreifend verknüpft, sowie etwa neue Workflows für gemeinsame, grüne Kinofilmprojekte sondiert und anschließend real erprobt.

Aufbauend auf etablierten Maßnahmen zur nachhaltigen Filmproduktion arbeiten die Partner*innen auf diese Weise gemeinsam an systematischen Lösungen für grüne, internationale Koproduktionen und konkrete Projekte auf supranationaler Ebene, wodurch neben einer verstärkten Vernetzung im europäischen Förder- und Produktionsumfeld vor allem auch eine Harmonisierung von Strategien für Green Filming & Funding erreicht werden.

  • Juni 2022: Die Entscheidung der österreichischen Bundesregierung für ein Anreizmodell inklusive eines 5% Green Bonus für österreichische Filmproduktionen in der Herstellung und Verwertungsförderung für den Kinostart ab 01.01.2023 markiert die Geburtsstunde der automatischen Förderprogramme und Spitzenfinanzierung von ÖFI+ und FISA+.
  • Die Überarbeitung des Filmförderungsgesetztes (ÖFI) und die dazugehörigen Richtlinien des Österreichischen Filminstituts, und damit die Einbindung des Green Bonus Systems fanden zwischen Juni 2022 bis Dezember 2022 statt.
  • EVERGREEN PRISMA als pan-europäisches Kompetenzzentrum für nachhaltiges Filmschaffen ist erstmals Teil des Berlinale Industry Panel zu Green Filming & Funding und entsprechenden Workshops.
  • Im Rahmen seiner inter/nationalen Vortragstätigkeit und seines Mentoringprogramms präsentiert EVERGREEN PRISMA das erfolgreiche Synergiemodell für Green Filming & Funding im Laufe des Jahres einer immer breiteren Medienöffentlichkeit und startet seine Kreativworkshops für den Nachwuchs, unter anderem auf Einladung des EVIA FILM PROJECT GREEN CINEMA.
  • Um die praktische Umsetzung von Green Filming & Funding und den professionellen Austausch zu unterstützen, startete die EVERGREEN PRISMA ACADEMY 2022 auch mit spezifischen Praxisworkshops für durch sie ausgebildeten Green Film Consultants.

  • Das Jahr 2023 war geprägt von der Einführung der automatischen Förderung ÖFI+ sowie des 5%-Green-Bonus. Mit Inkrafttreten des Filmförderungsgesetzes und der neuen Richtlinien wurde das Green-Bonus-System implementiert. Dabei wurden klare Ziele für nachhaltige Anreize in der Filmförderung definiert.
  • Das Green Filming Department wird um Christian Ruthner, MSc erweitert, um die Green Filming & Funding-Agenden gemeinsam mit Mag.a Nina Hauser zu betreuen.
  • Der Kriterienkatalog der ökologischen Mindeststandards für österreichische Kinofilmproduktionen (ÖFI/ÖFI+) wurde durch das Österreichische Filminstitut, Department Green Filming in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum für Green Filming Europe EVERGREEN PRISMA und dem Verband der Green Film Consultants Austria erarbeitet. FISA+ übernahm den Kriterienkatalog im Sinne der nationalen Harmonisierung.

Die damaligen Erkenntnisse und Erfahrungen aus österreichischen Pilotprojekten sowie die Studien „Reallabor“ (Ökopol, 30.06.2022) und „100 Grüne Produktionen“ (Öko-Institut e.V., 10.08.2022) boten dabei eine zusätzliche Grundlage für die Weiterentwicklung des Kriterienkataloges.

Der Kriterienkatalog der ökologischen Mindeststandards für österreichische Kinofilmproduktionen (ÖFI/ÖFI+) basiert auf der vom Österreichischen Umweltzeichen eingeführten RL UZ76 Green Producing in Film und TV sowie dem vom Arbeitskreis Green Shooting (Deutschland) entwickelten „Ökologischen Standards für deutsche Kino-, TV- und Online/VoD-Produktionen“. Die europäische Harmonisierung hinsichtlich gemeinsamer Koproduktionen wurde damit bereits zu diesem frühen Zeitpunkt mitgedacht. Das EVERGREEN PRISMA Pilotprojekt 2023 widmete sich dem Kriterienkatalog der ökologischen Mindeststandards für österreichische Kinofilmproduktionen (ÖFI/ÖFI+) Level 2.

  • Für den Abschlussbericht „Final Green Report“ wurde ein konkretes Nachweisverfahren entwickelt, das dem neu eingeführten Kriterienkatalog der ökologischen Mindeststandards für österreichische Kinofilmproduktionen (ÖFI/ÖFI+) entspricht. Die Erarbeitung erfolgte in Zusammenarbeit mit Philip Gassmann und in Abstimmung mit der Filmförderungsanstalt Deutschland (FFA) und wurde angesichts der steigenden Anzahl länderübergreifender Koproduktionen koordiniert.
  • Mit der Einführung des Anreizmodells und des 5%-Green-Bonus für österreichische Kinostarts wurde zugleich der erste europäische Kriterienkatalog für eine nachhaltige Kinostartförderung etabliert. Im Rahmen von ÖFI+ wurde der Kriterienkatalog der ökologischen Mindeststandards für österreichische Verwertungsförderung für Kinostarts ÖFI+ für die österreichische Verwertungsförderung von Kinostarts eingeführt und entwickelt.
  • Das EVERGREEN PRISMA Pilotprojekt 2023 widmete sich dem „Green Filming Department“ und der „Green Coordination“. 

  • Erstmals wurde EVERGREEN PRISMA für den Global Production Award nominiert, der im Rahmen des internationalen Filmfestivals in Cannes vergeben wird.
  • Inter/nationale Vorträge spiegelten den Themenkreis professioneller Green Consultancy für Film und TV in zunehmendem Maße wider. Unter dem Titel ›Der intelligente Schwarm des Evergreen Prisma‹ stellten EVERGREEN PRISMA und ÖFI Green Filming Department etwa im Rahmen der internationalen Veranstaltung ›Unlocking the Potential of Culture‹ in Prag das Prinzip des sich ergänzenden Arbeitens von Kooperationspartner*innen für die grüne Transformation in den Mittelpunkt.

  • Weiterentwicklung Kriterienkatalog der ökologischen Mindeststandards für die österreichische Verwertungsförderung von Kinostarts ÖFI+ (Version 2): Im Rahmen eines Stakeholder-Prozesses wurde der bestehende Kriterienkatalog von Christian Ruthner, MSc gemeinsam mit österreichischen Verleihunternehmen überarbeitet und abgestimmt. Der überarbeitete Katalog gilt derzeit als einziger Standard für Kinostarts.
  • In Zusammenarbeit mit Expert*innen und Green Film Consultants aus dem Animationsbereich – Barbara Galante (GFC & VFX, AUT) und Elena Pfändler (GFC, D) – hat Christian Ruthner, MSC, Muss- und Soll-Kriterien erarbeitet, die die spezifischen Anforderungen von Animationsfilmen abbilden und das Augenmerk auf eine nachhaltige digitale Produktionsweise richten. Der Kriterienkatalog der ökologischen Mindeststandards für die österreichische Kinofilmproduktionen ÖFi-ÖFI+ für Animation stellt zugleich den ersten in Europa dar, der für Animationsfilme verpflichtend umzusetzen ist. Dieser ist seit 2026 in der Version 2.0 verfügbar.
  • Im Februar 2024 tritt Mag.a Nina Hauser als Vertreterin des Österreichischen Filminstituts der EFAD-Sustainibility Working Group (European Film Agencies) bei, um ihre Expertise für Green Filming & Funding einzubringen.
  • Die erste Umfrage zur inter/nationalen Green Consultancy für Film & TV stellt das EVERGREEN PRISMA Pilotprojekt 2024 dar.
  • LAFC EVERGREEN PRISMA veröffentlicht einen neuen Bereich namens TOPICALS, der Produktionsagenden mit einer großen Bandbreite von Nachhaltigkeitsthemen verknüpft.
  • Auf Einladung von „Festival Visions du Réel”/Schweiz und dem Kulturforum in Belgrad/Serbien stellen EVERGREEN PRISMA und ÖFI Green Filming Department ihr erfolgreiches Synergiesystem vor. In diesem Jahr gilt ihr gemeinsamer Fokus dabei der Verbindung von Strategie, System und Praxis.
  • Start der Kooperation von EVERGREEN PRISMA & ÖFI Talent LAB, dem Förderprogramm für den Filmnachwuchs der neu eingerichteten Abteilung ›Talents & Training‹ des Österreichische Filminstituts. In der Förderschiene für den Nachwuchs wird Green Filming & Funding als verpflichtend verankert und in das Curriculum des Talent LAB aufgenommen.

Der Themenbereich Green Filming & Funding wird in enger Kooperation vom ÖFI Green Filming Department und EVERGREEN PRISMA im Rahmen von Workshops vermittelt. EVERGREEN PRISMA ermöglicht darüber hinaus die Begleitung der fünf ausgewählten Filmprojekte durch vier professionelle Green Film Consultants Austria im Rahmen seines Pilotprojektes, das der Nachwuchsarbeit gewidmet ist und wertet die Erfahrungen für die stete Weiterentwicklung von Green Filming aus.

  • Mit 2024 stellt EVERGREEN PRISMA im Panorama-Bereich seiner digitalen Plattform zunehmend Porträts transformierter, nationaler und internationaler Filmprojekte vor.

  • Seit der Einführung der Version 1.0 des „Kriterienkatalogs der ökologischen Mindeststandards für österreichische Kinofilmproduktionen ÖFI/ÖFI+“ im Jahr 2023 hat sich dieser als verbindlicher Standard in der österreichischen Filmbranche etabliert. Auf Basis der im Green-Filming-Department gewonnenen Erfahrungswerte aus den Final Green Reports sowie einer im Herbst 2025 durchgeführten Umfrage unter spezifischen Green Filming Steakholder*innen wurde der Kriterienkatalog überarbeitet und ist seit 2026 als „Kriterienkatalogs der ökologischen Standards für österreichische Kinofilmproduktionen ÖFI und ÖFI+“ in seiner zweiten Version aktualisiert.
  • Ergänzend dazu die Richtlinie 6.1.7 des Österreichischen Filminstituts an die veränderten Schwerpunkte der Förderprogramme ÖFI und ÖFI+ angepasst; die Neuerungen treten mit 1. Jänner 2026 in Kraft.
  • Die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle des Europarats veröffentlichte den Bericht „Grüne Transformation im audiovisuellen Sektor“, der Umweltwirkungen des audiovisuellen Sektors, rechtliche Rahmenbedingungen sowie Förderkriterien und CO₂-Berechnungssysteme auf europäischer und nationaler Ebene analysiert. In diesem Zusammenhang wird das Synergiemodell Green Filming Austria, das Österreichische Filminstitut sowie das europäische Kompetenzzentrum EVERGREEN PRISMA als Best-Practice-Beispiele für Green Filming & Funding hervorgehoben.

Die länderübergreifende Netzwerkarbeit zeigte auch 2025 Wirkung: Unter Einbindung der Expertise des Österreichischen Filminstituts wurden die Nordischen ökologischen Standards (Nordic Ecological Standard, NES) mitentwickelt, die auf den deutschen ökologischen Standards basieren und Elemente des Green-Filming-Systems des ÖFI übernehmen. Die von den nordischen Filminstituten und dem Nordisk Film & TV Fond entwickelten Standards sollen ab 2026 in Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden gelten und erweitern das europäische Green-Filming-&-Funding-System um fünf weitere Staaten.

  • Der Fokus auf den Filmnachwuchs wird 2025 in Form des jährlichen Pilotprojektes von EVERGREEN PRISMA verstärkt.

Für das Talent LAB#1 führt die EVERGREEN PRISMA ACADEMY in das Thema ›Green Storytelling goes Future Storytelling‹ ein.

Zusammen mit dem ÖFI Green Filming Department folgt der Workshop zu Green Filming & Funding mit der Vorstellung von einem nationalen und einem internationalen Praxisbeispiel erfolgreich transformierter Projekte. Die fünf ausgewählten Filmprojekte werden durch vier professionelle Green Film Consultants Austria und EVERGREEN PRISMA begleitet, die Erfahrungswerte werden gesammelt und für die Weiterentwicklung von Green Consultancy für den Kinofilm evaluiert.

  • Ein spezieller Fokus von EVERGREEN PRISMA gilt zunehmend der internationalen, grünen Koproduktion.
  • Der erste Green Report zu Green Filming & Funding der EU erscheint. Das Synergiesystem für Green Filming & Funding Austria wird als Best Practice-Beispiel besonders ausführlich proträtiert.
  • Im Mai 2025 veranstaltet EVERGREEN PRISMA beim Filmfestival in Cannes erstmals ein international besetztes Panel zum Thema ›Cross-border Green Coproduction‹ mit Expert*innen aus Österreich, Deutschland, Kroatien, Großbritannien und Norwegen.
  • Die neue Version des EVERGREEN PRISMA CO2-Rechners für Film & TV Austria geht im September 2025 an den Start, der innovative Neuerungen etwa für die Kommunikation von im Tandem arbeitenden Green Film Consultants und mit Förderinstitutionen beinhaltet. Beginn der institutionellen Datenerhebung mit 170 Film Projekten von 50 professionellen Green Film Consultants.

  • Panel: „Grenzenlos grün? – Nachhaltigkeit bei internationalen Koproduktionen“ im Rahmen der Berlinale 2026

Dabei wurden Expert*innen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und Schweden vom Leiter des Green Shooting Arbeitskreises Carl Bergengruen eingeladen. Mag.a Nina Hauser hat als Green Filming- und Funding-Expertin über ihre intensive Erfahrung hinsichtlich länderübergreifender Abstimmung zwischen Institutionen, der Arbeit des Think Tanks GREEN CO/PRO EUROPE des europäischen Kompetenzzentrums EVERGREEN PRISMA und einer systematischen und strategischen Überlegung hinsichtlich einheitlicher ökologischer Standards gesprochen.Als Ziel formulierte das Podium die Harmonisierung dieser unterschiedlichen nationalen Regelungen hin zu einem eventuell einheitlichen, europäischen, ökologischen Standard.

Auf der Grundlage der seit 2022 vom europäischen Kompetenzzentrum für Green Filming aufgebauten Expertise in Sachen länderübergreifende Zusammenarbeit, unterstützen das Österreichische Filminstitut/Green Filming Department zusammen mit EVERGREEN PRISMA den dafür notwendigen Erarbeitungsprozess mit fundiertem Fachwissen und erprobten Ansätzen. Die durch sie bereits etablierten Abstimmungsmechanismen, die für grüne Koproduktionen erwirkten, länderübergreifenden Anerkennungen sowie ihre langjährigen Kooperationen mit internationalen Partnerinstitutionen tragen dazu bei, den Prozess weiter effizient voranzubringen. Dabei stehen der Arbeitsgruppe GREEN CO/PRO EUROPE bereits umfassende, praktische Erfahrungswerte aus umgesetzten Projekten zur Verfügung. Ihre Expertise bildet jetzt die systematische und professionelle Vorlage für die Zukunft der grünen, internationalen Koproduktion.

  • Präsentation des ersten „Green Filming Reports der österreichischen Kinofilmförderung“ des Österreichischen Filminstituts

Das Green Filming Department des Österreichischen Filminstituts präsentiert im Rahmen des Diagonale Filmfestivals (Festival des österreichischen Films in Graz) im März 2026 den ersten Green Filming Report mit Zahlen und Fakten zur nachhaltigen Kinofilmproduktion aus den Jahren 2021–2025. Der Report bildet die erfolgreiche Zusammenarbeit des Synergiemodells Green Filming Austria der vergangenen Jahre ab. Er macht die vom Österreichischen Filminstitut übernommene, institutionelle Verantwortung für Nachhaltigkeit der österreichischen Kinofilmbranche sichtbar.

  • 2026 ist das EVERGREEN PRISMA Pilotprojekt der internationalen grünen Koproduktion gewidmet.
  • Für das Talent LAB#2 führt die EVERGREEN PRISMA ACADEMY zusammen mit dem ÖFI Green Filming Department in das Thema ›Green Filming & Funding‹ ein, Praxisbeispiele transformierter Projekte machen die Arbeit professioneller Green Film Consultants deutlich. Die Erfahrungen der Green Film Consultants Austria, die EVERGREEN PRISMA wieder den fünf ausgewählten Filmprojekten begleitend zur Seite stellt, fließen in die Weiterentwicklung des Fachbereichs mit ein.
  • Launch der erweiterten digitalen Plattform EVERGREEN PRISMA PLANETARIUM www.evergreenprisma.eu im Februar 2026.