Analyse der Treibhausgasbilanzen von Kinofilmen
Die im Green Filming Report der österreichischen Kinofilmförderung entwickelten Kennzahlen sollen einen direkten Vergleich zwischen Produktionen ermöglichen. Damit können Produktionen ihre Emissionswerte besser einordnen, gezielt verbessern und bei Bedarf einheitlich kommunizieren.
Da Reise- und Transportemissionen den größten Anteil an den Gesamtemissionen verursachen, sollen Maßnahmen zur Reduktion dieser Emissionen weiter verstärkt werden. Hierfür ist es erforderlich, dass alle beteiligten Stakeholder konsequent daran arbeiten, die Mobilitätsemissionen zu verringern.
Um die Vergleichbarkeit zwischen Projekten weiter zu erhöhen, ist die Einführung einheitlicher Standards für die Berechnung von CO₂eq-Emissionen sinnvoll.
Die kontinuierliche Senkung der Emissionsintensität soll in Zusammenarbeit mit Produzent*innen, Institutionen, Green Film Consultants und Dienstleistern vorangetrieben werden. Die Filmindustrie braucht flächendeckende technische Alternativen wie alternative Generatoren, Autos mit alternativen Antrieben und Förderungen für Dienstleister und Fundi.
Green Filming soll in Österreich durch kontinuierliche Weiterentwicklung, internationale Zusammenarbeit und gezielte Maßnahmen (z.B. im Bereich Mobilität) weiter gestärkt werden. Die Kennzahlen unterstützen dabei, Fortschritte messbar, vergleichbar und besser kommunizierbar zu machen.
Der Pro-Kopf Jahresverbrauch von Treibhausgasemissionen in Österreich 2024 lag laut EDGAR – the Emissions Database for Global Atmospheric Research der Europäischen Commission bei 8t pro Kopf.
Dies entspricht nach den derzeit vorliegenden, erhobenen Daten des Green Filming Reports ÖFI:
- 100 min eines österreichischen Kinodokumentarfilms
- 14 min eines österreichischen Kinospielfilms
Der speziell für Filmproduktionen entwickelte CO₂-Rechner wurde von KlimAktiv in Kooperation mit EVERGREEN PRISMA – Kompetenzzentrum für Green Filming Europe bereits 2021 entwickelt und wird nachweislich professionell ausgebildeten Green Film Consultants Austria durch die Institution kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mit dem filmspezifischen CO₂-Rechner lässt sich der ökologische Fußabdruck jedes einzelnen Departments einer Film- und TV-Produktion basierend auf Österreich-relevanten Faktoren berechnen.
Als eines von 6 verpflichtenden Grundkriterien des Kriterienkatalogs der ökologischen Standards österreichischer Kinofilmproduktion ÖFI/ÖFI+ ist die Treibhausgasbilanzierung von Beginn der Einführung von Green Filming im Österreichischen Filminstitut, eine wichtige Säule der Datenerhebung.
Der EVERGREEN PRISMA CO₂-Rechner für Film- und TV-Produktionen wird jährlich nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aktualisiert, so dass alle Anwendungen mit den neuesten Faktoren berechnet werden. Bereits erfasste Produktionen bleiben von den jährlich aktualisierten Faktoren unberührt, d.h. Produktionen bis zum neuen Produktionsjahr werden weiterhin mit den diesbezüglich hinterlegten Faktoren berechnet.
Seit 2025 besteht eine institutionelle Kooperation des ÖFI Green Filming Departments mit dem Evergreen Prisma CO₂-Rechner für Film&TV Austria. Der Rechner dient als Instrument für die nationale Datenerhebung und Datenauswertung und Datenauswertung für den Green Filming Report österreichischer Kinofilme.
INTERNATIONALES BRÜCKENINSTRUMENT FÜR 4 LÄNDER IN DER EU
Der CO₂-Rechner von KlimAktiv gilt mittlerweile als multilinguales Brückeninstrument für internationale grüne Co-Produktionen. Der filmspezifische Rechner ist fester Bestandteil und wichtiges Instrument professioneller Green Film Consultants. Damit gilt der Rechner als Standard-Rechner und fungiert zunehmend als wichtiges Brückeninstrument zur Datenerhebung und Berechnung von Filmprojekten und ihrer ganzheitlichen Betrachtung über Ländergrenzen hinweg, in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz.
Seit 2021 sind geförderte Filmprojekte verpflichtet, Treibhausgasbilanzen zu erstellen. Die Bilanzierung erfolgt durch den*die Green Film Consultant. Die vorliegende Analyse beruht auf dem IST-CO2eq-Fußabdruck, der nach Abschluss der Produktion übermittelt wird.
DATENSET:
- Aus dem Datensample von 65 IST-CO2eq-Bilanzen wurden neun Bilanzen (13,85%) aussortiert. 56 Datensätze (86,15%) wurden für die Analyse genutzt und nach Filmgattung in 15 Kinodokumentar- und 41 Kinospielfilmprojekte aufgeteilt.
- Berücksichtigt wurden nur Filmprojekte, die eine vollständige IST-CO2eq-Bilanz erstellt haben, also jene Bilanzen, die die tatsächlich entstandenen Emissionen erfassen. Bilanzen die nur die Mobilität abbilden (Ö-UZ76) konnten nicht einbezogen werden.
- Die Auswirkungen von Flugreisen, die gemäß ISO 14067 über die Systemgrenzen des Carbon Footprint of a Product hinausgehen – die sogenannten Nicht-CO₂-Effekte oder Radiative Forcing Index (RFI) werden separat ausgewiesen. Dies entspricht der Methodik der KlimAktiv-Rechner, welche diese Effekte separat quantifizieren.
Bei der Erhebung und Bewertung orientiert sich die Analyse im Umgang mit den Nicht-CO₂-Effekten an der Studie „100 Grüne Produktionen“ des Öko-Instituts. Dementsprechend werden die Nicht-CO₂-Effekte aus Flugreisen der Kategorie Reise/Transport hinzugerechnet und sind somit im Gesamtergebnis und in den daraus berechneten Kennzahlen enthalten.
- In Anlehnung an die Praxis von KlimAktiv werden die Nicht-CO₂-Effekte jedoch nicht in die prozentuale Verteilung der einzelnen Emissionskategorien (Energie, Reise/Transport, Catering, Materialeinsatz) einbezogen, um Verzerrungen in der Analyse zu vermeiden.
- Ausnahmen von dieser Vorgehensweise, werden gesondert angegeben.
VERGLEICHBARKEIT:
Um die Vergleichbarkeit sicherzustellen, wurden ausschließlich Filmprojekte herangezogen, die mit vergleichbaren Ergebnissen bilanziert wurden. Bilanzen aus anderen Tools sowie solche mit fehlenden Daten über einer Schwelle von 5% wurden aussortiert. Zur besseren Vergleichbarkeit der Ergebnisse erfolgt die Betrachtung nach Filmgattung: 15 Kinodokumentarfilme und 41 Kinospielfilme.
Es wurden Treibhausgasbilanzen aus folgenden, filmspezifischen Klimaktiv-Rechnern berücksichtigt:
- Evergreen Prisma CO₂-Rechner für Film&TV Austria
- KlimAktiv CO2-Rechner MFG Baden-Württemberg, SWR
- KlimAktiv CO2-Rechner IDM Südtirol
- SWISS CO2-Calculator Film & Medien
KENNZAHLEN:
Die gebildeten Kennzahlen und Bandbreiten, erhöhen die Vergleichbarkeit und verbessern eine einheitliche Darstellung von Emissionsintensität und Emissionsreduktionen von Kinofilmen. Diese Kennzahlen stehen in Wechselwirkung zueinander und sind als solches im Verbund zu betrachten.
Ein Projekt kann beispielsweise bei der Emissionsintensität je Filmminute ein durchschnittliches Emissionsaufkommen aufweisen, während die Emissionsintensität im Verhältnis zu den Herstellungskosten betrachtet, etwa wegen eines kleineren Budgets, im Vergleich zu anderen Projekten deutlich emissionsintensiver sein kann.
Insgesamt wurden drei Kennzahlen betrachtet:
Die Nutzung dieser Bandbreiten soll die praktische Anwendbarkeit erhöhen und die Einschätzung erleichtern, ob das Emissionsaufkommen einer Produktion im üblichen Bereich liegt oder auffällig hoch oder niedrig ist.
Aufgrund der breiten Streuung der untersuchten Daten werden derzeit nicht die genaue Emissionsintensität je Kennzahl in den Mittelpunkt gestellt. Stattdessen werden Bandbreiten definiert und festgelegt, innerhalb derer sich die mittleren 50% der Werte der Filmprojekte bewegen. Die Emissionsintensität eines Kinofilmprojektes liegt innerhalb dieser Bandbreiten.
Die Bandbreiten können ein Instrument für Monitoring und Benchmarking sein.
Kinodokumentarfilm – Kennzahlen
CO2eq-Bandbreite Filmminute – Kinodokumentarfilm
Übersicht über die typischen THG-Emissionen pro Filmminute in KG CO2eq – Dokumentarfilm
CO2eq-Bandbreite Herstellungskosten – Kinodokumentarfilm
Übersicht über die typischen THG-Emissionen pro 1.000 EUR Herstellungskosten in KG CO2eq – Dokumentarfilm
CO2eq-Bandbreite Drehtag – Kinodokumentarfilm
Übersicht über die typischen THG-Emissionen pro Drehtag in KG CO2eq – Dokumentarfilm
Kinospielfilm – Kennzahlen
CO2eq-Bandbreite Filmminute – Kinospielfilm
Übersicht über die typischen THG-Emissionen je Filmminute in KG CO2eq – Spielfilm
CO2eq-Bandbreite Herstellungskosten – Kinospielfilm
Übersicht über die typischen THG-Emissionen je 1.000 € Herstellungskosten in KG CO2eq – Spielfilm
CO2eq-Bandbreite Drehtag – Kinospielfilm
Übersicht über die typischen THG-Emissionen je Drehtag in KG CO2eq – Spielfilm
Übersichtstabelle der Bandbreiten nach Kennzahlen und Filmgattung:
| Filmgattung | Kennzahl | Unteres Ende der Schwankungsbreite | Median | Oberes Ende der Schwankungsbreite |
|---|---|---|---|---|
| Kinodokumentarfilm | KG CO2eq je Filmminute | 40,85 kg | 79,65 kg | 182,95 kg |
| Kinodokumentarfilm | KG CO2eq je 1.000 Euro Herstellungskosten | 10,01 kg | 19,38 kg | 29,75 kg |
| Kinodokumentarfilm | KG CO2eq je Drehtag | 162,09 kg | 358,42 kg | 624,82 kg |
| Kinospielfilm | KG CO2eq je Filmminute | 397,17 kg | 561,18 kg | 927,72 kg |
| Kinospielfilm | KG CO2eq je 1.000 Euro Herstellungskosten | 12,37 kg | 17,71 kg | 24,05 kg |
| Kinospielfilm | KG CO2eq je Drehtag | 1323,89 kg | 1916,86 kg | 2792,00 kg |
Die Treibhausgasemissionen pro Filmminute sind in der bisherigen Forschung am weitesten verbreitet. Dabei werden die Emissionen in Relation zur Filmlänge gesetzt. Der Wert zeigt, wie viele Treibhausgasemissionen pro Minute Film entstehen.
Deskriptive Statistik
In der Analyse der Treibhausgasemissionen pro Filmminute österreichischer Kinoproduktionen liegt der MEDIAN bei:
- 15 Kinodokumentarfilmen: 79,65 kg CO2eq je Filmminute
- 41 Kinospielfilmen: 561,18 kg CO2eq je Filmminute
Bei Betrachtung der Richtwerte zeigt die deskriptive Statistik, aufgrund der großen Streuung der Daten, keine einheitlichen Werte, dennoch können die ausgewerteten Bandbreiten als Orientierungsrahmen für die Einschätzung der Emissionsintensität herangezogen werden:
- Kinodokumentarfilm
Bei Kinodokumentarfilmen liegen 50 % der Werte im Bereich von 40,85 bis 182,95 kg CO₂eq je Filmminute.
- Kinospielfilm
Bei Kinospielfilmen liegen die Werte zwischen 397,17 und 927,72 kg CO₂eq je Filmminute.
Deskriptive Statistik: Treibhausgasintensität je Filmminute
| Deskriptive Statistik | ||
|---|---|---|
| KG CO2eq/Filmminute | ||
| Kinodokumentarfilm | Kinospielfilm | |
| Gültig | 15 | 41 |
| Fehlend | 0 | 0 |
| Median | 79,65 | 561,2 |
| Mittelwert | 120,6 | 815,7 |
| Standardabweichung | 95,93 | 710,7 |
| Varianz | 9203 | 505100 |
| Schiefe | 0,888 | 1,863 |
| Std.-Fehler Schiefe | 0,58 | 0,369 |
| Minimum | 18,5 | 35,55 |
| Maximum | 310,1 | 3009 |
| 25. Perzentil | 40,85 | 397,2 |
| 50. Perzentil | 79,65 | 561,2 |
| 75. Perzentil | 183 | 927,7 |
BOXPLOT – Analyse
Die Boxplot-Analyse zeigt die Verteilung der Treibhausgasemissionen pro Filmminute für Kinodokumentar- und Kinospielfilme.
Die Boxplot-Analyse im Detail:
- Die Analyse zeigt eine deutliche Unterscheidung der Emissionsintensität nach Filmformat.
- Kinodokumentarfilme weisen im Median einen deutlich geringeren Treibhausgasfußabdruck pro Filmminute auf als Kinospielfilme.
- Gleichzeitig ist die Streuung bei Kinospielfilmen wesentlich größer. Bei diesen sind zudem Ausreißer mit einer sehr hohen Emissionsintensität je Filmminute (über 2,5 Tonnen CO2eq je Filmminute) vorhanden.
Boxplots der CO2eq Emissionen je Filmminute nach Filmgattung
CO2eq je Filmminute
Vergleichende Boxplot-Darstellung der CO2eq-Emissionen pro Filmminute für Kinodokumentar- und Kinospielfilme
Separate Darstellung der CO2eq je Filmminute nach Filmgattung:
CO2eq je Filmminute – Kinodokumentarfilme
CO2eq je Filmminute – Kinospielfilme
Häufigkeitsverteilung
Die Analyse der Häufigkeitsverteilung im Detail liefert folgende Ergebnisse:
- Die meisten der in die Analyse einbezogenen Projekte weisen eine niedrige Emissionsintensität auf. Nur einzelne Projekte, weisen höhere Werte auf die die Häufigkeitsverteilung deutlich anheben.
- Zudem verdeutlichen die Visualisierungen, dass die höchsten Emissionsintensitäten bei Spielfilmen deutlich höher liegen als bei Dokumentarfilmen.
Die Bandbreiten der kg CO₂eq je Filmminute, in denen sich 50 % der Filme bewegen, liegen bei:
- Kinodokumentarfilme: 40,85 bis 182,95 kg CO₂eq je Filmminute
- Kinospielfilme: 397,17 bis 927,72 kg CO₂eq je Filmminute
Häufigkeiten der Kinofilmproduktionen je Filmminute:
Kinodokumentarfilm: KG CO2eq je Filmminute
Kinospielfilm: KG CO2eq je Filmminute
Dieser Indikator setzt die Treibhausgasemissionen in Relation zu den Herstellungskosten. Hier zeigen sich die größten Überschneidungen zwischen Kinospiel- und Kinodokumentarfilmen. Mit jedem Euro an Herstellungskosten ist ein gewisser Emissionsausstoß verbunden.
Deskriptive Statistik
In der Analyse der Treibhausgasemissionen je Euro Herstellungskosten liegen die meisten Projekte zwischen 10 und 30 kg CO₂eq je 1.000 EUR Herstellungskosten.
Der MEDIAN österreichischer Kinoproduktionen liegt bei:
- 15 Kinodokumentarfilmen: 19,38 kg CO2eq je Euro Herstellungskosten
- 41 Kinospielfilmen: 17,71 kg CO2eq je Euro Herstellungskosten
Bei Betrachtung der Richtwerte zeigt die deskriptive Statistik, aufgrund der großen Streuung der Daten, keine einheitlichen Werte, dennoch können die ausgewerteten Bandbreiten, in denen 50% der Projekte vorkommen, als Orientierungsrahmen für die Einschätzung der Emissionsintensität herangezogen werden:
- Kinodokumentarfilme: zwischen 10,01 und 29,75 kg CO₂eq je 1.000 EUR Herstellungskosten
- Kinospielfilme: zwischen 12,37 und 24,05 kg CO₂eq je 1.000 EUR Herstellungskosten
Treibhausgasintensität je 1.000 EUR Herstellungskosten
| Deskriptive Statistik | ||
|---|---|---|
| KG CO2eq/TSD Euro Herstellungskosten | ||
| Kinodokumentarfilm | Kinospielfilm | |
| Gültig | 15 | 41 |
| Fehlend | 0 | 0 |
| Median | 19,38 | 17,71 |
| Mittelwert | 22,38 | 21,61 |
| Standardabweichung | 16,27 | 15,13 |
| Varianz | 264,6 | 228,9 |
| Schiefe | 0,971 | 2,608 |
| Std.-Fehler Schiefe | 0,58 | 0,369 |
| Minimum | 2,832 | 6,06 |
| Maximum | 55,96 | 90,08 |
| 25. Perzentil | 10,01 | 12,37 |
| 50. Perzentil | 19,38 | 17,71 |
| 75. Perzentil | 29,75 | 24,05 |
BOXPLOT – Analyse
Die Boxplot-Analyse zeigt die Verteilung der Treibhausgasemissionen pro 1.000 EUR Herstellungskosten für Kinodokumentar- und Kinospielfilme. Es gibt keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Filmgattungen bei dieser Kennzahl.
Die Emissionsintensität der Treibhausgasemissionen pro 1.000 EUR Herstellungskosten ist bei Dokumentarfilmen und Spielfilmen vergleichbar.
Die Boxplot-Analyse im Detail:
- Die Analyse zeigt, dass die Emissionsintensität bei Kinodokumentarfilmen und Kinospielfilmen ähnlich gelagert ist.
- Die Medianwerte liegen nah beieinander. Dies trifft auch bei Mittelwerten und Streuungen zu.
MEDIAN:
Kinodokumentarfilme: 19,38 CO2eq Emissionen je EUR 1.000 Herstellungskosten
Kinospielfilme: 17,71 CO2eq Emissionen je EUR 1.000 Herstellungskosten
- Mann-Whitney-U-Test:
Für die Kennzahl wurde ein Mann-Whitney-U-Test durchgeführt, da die Daten nicht normalverteilt sind. Damit wird überprüft, ob sich die Emissionsintensität zwischen Kinodokumentarfilmen und Kinospielfilmen signifikant unterscheidet (U-Wert: 306,00 ; p-Wert: 0,99). Der p-Wert liegt deutlich über der üblichen Schwelle von 0,05.
CO2eq-Emissionen je 1.000 EUR Herstellungskosten nach Filmgattung
Vergleichende Boxplot-Darstellung der CO2eq-Emissionen je 1.000 EUR Herstellungskosten für Kinodokumentar- und Kinospielfilme
Separate Darstellung der CO2eq je 1.000 EUR Herstellungskosten:
CO2eq-Emissionen je 1.000 EUR Herstellungskosten – Kinodokumentarfilme
CO2eq-Emissionen je 1.000 EUR Herstellungskosten – Kinospielfilme
Häufigkeitsverteilung
Auch bei der Analyse der Häufigkeitsverteilung sind die Emissionsintensitäten von Kinodokumentarfilmen und Kinospielfilmen bei dieser Kennzahl miteinander vergleichbar.
Die Analyse verdeutlicht, dass die höchsten Emissionsintensitäten bei Kinospielfilmen deutlich über denen der Kinodokumentarfilme liegen. Gleichzeitig bleibt die Emissionsintensität bei den meisten Produktionen niedrig, während einzelne Projekte für höhere Durchschnittswerte verantwortlich sind.
Kinodokumentarfilme:
Bei der Analyse von 15 Kinodokumentarfilmen weist die Mehrheit eine niedrige Emissionsintensität auf.
Die meisten Projekte liegen im Bereich bis 20 KG CO₂eq pro 1.000 EUR Herstellungskosten.
Nur wenige Kinodokumentarfilme erreichen höhere Werte.
Kinospielfilme:
Bei der Analyse von 41 Kinospielfilmen zeigt sich, dass die meisten Produktionen eine niedrige bis mittlere Emissionsintensität aufweisen.
Die Häufigkeitsverteilung ist unimodal, das heißt es gibt eine ausgeprägte Spitze im Bereich von 10 bis 30 KG CO₂eq pro 1.000 EUR Herstellungskosten.
Einzelne Kinospielfilme erreichen deutlich höhere Emissionsintensitäten (bis zu 90 KG CO₂eq pro 1.000 EUR Herstellungskosten). Diese wenigen Ausreißer heben den Durchschnitt deutlich an.
Die Bandbreiten der CO₂eq je 1.000 EUR Herstellungskosten, in denen sich 50 % der Filme bewegen, liegen bei:
- Kinodokumentarfilme: 10,01 bis 29,75 kg CO₂eq je 1.000 EUR Herstellungskosten
- Kinospielfilme: 12,37 bis 24,05 kg CO₂eq je 1.000 EUR Herstellungskosten
Kinodokumentarfilme
Kinospielfilme
Dieser Indikator betrachtet die Treibhausgasemissionen pro Drehtag.
Die Analyse der Emissionen pro Drehtag ergeben eine größte Streuung im Gegensatz zu CO2eq je Filmminute oder CO2eq je EURO 1.000 Herstellungskosten.
Die Emissionen weisen eine hohe Varianz und somit große unterschiedliche Ergebnisse auf. Dies könnte unter anderem auf produktionstechnische Unterschiede zurückzuführen sein.
Die Unterschiede sind dennoch klar erkennbar: Kinospielfilme verursachen im Durchschnitt deutlich höhere Treibhausgasemissionen pro Drehtag als Kinodokumentarfilme.
Deskriptive Statistik
Bei der Analyse von Treibhausgasemissionen pro Drehtag variiert die Anzahl der Drehtage stark.
Kinodokumentarfilme: 11 bis 66
Kinospielfilme: 14 bis 80 Drehtage
Treibhausgasintensität je Drehtag
| Deskriptive Statistik | ||
|---|---|---|
| KG CO2eq/DT | ||
| Kinodokumentarfilm | Kinospielfilm | |
| Gültig | 15 | 41 |
| Fehlend | 0 | 0 |
| Median | 358,4 | 1917 |
| Mittelwert | 463,8 | 2484 |
| Standardabweichung | 385,3 | 1989 |
| Varianz | 148400 | 3.956×10+6 |
| Schiefe | 1,073 | 2,009 |
| Std.-Fehler Schiefe | 0,58 | 0,369 |
| Minimum | 55,5 | 35,55 |
| Maximum | 1301 | 9458 |
| 25. Perzentil | 162,1 | 1324 |
| 50. Perzentil | 358,4 | 1917 |
| 75. Perzentil | 624,8 | 2792 |
BOXPLOT – Analyse
Auch, wenn die Kennzahl der Emissionen je Drehtag bei beiden untersuchten Filmgattungen große Schwankungsbreiten verfügt, eignet sich dieser Indikator jedoch zur Analyse produktionstypischer Besonderheiten. Wie zum Bespiel Anzahl der Drehtage oder lange Drehzeiträume etc.
Die Bandbreiten der CO₂eq je Drehtag, in denen sich 50 % der Filme bewegen, sind:
- Kinodokumentarfilme: 162,09 bis 358,42 kg CO₂eq je Drehtag
- Kinospielfilme: 1.323,89 bis 2.792,00 kg CO₂eq je Drehtag
KG CO2eq je Drehtag
Vergleichende Boxplot-Darstellung der CO2eq-Emissionen je Drehtag
Separate Darstellung der CO2eq je Drehtag:
CO2eq je Drehtag – Kinodokumentarfilme
CO2eq je Drehtag – Kinospielfilme
Häufigkeitsanalyse
Häufigkeiten der CO2eq je Drehtag nach Filmgattung in KG
Kinodokumentarfilme
Kinospielfilme
Die untersuchten Treibhausgasbilanzen wurden nach vier Kategorien betrachtet.
Für die Analyse wurde der Durchschnitt der Treibhausgasemissionen pro Kategorie berechnet. In Anlehnung an die Praxis von KlimAktiv werden die Nicht-CO₂-Effekte (RFI) nicht in die prozentuale Verteilung der Emissionskategorien einbezogen, um Verzerrungen in der Analyse zu vermeiden. CO₂‑Kompensationen wurden in der Analyse nicht berücksichtigt.
Relative Verteilung CO2eq-Emissionen – Kinodokumentarfilm
Relative Verteilung CO2eq-Emissionen – Kinospielfilm
Die Abbildung zeigt die relative Verteilung der Emissionen von beiden Filmgattungen. Die Diagramme zeigen, dass Reise/Transport bei beiden Filmgattungen den größten Anteil am Emissionsaufkommen aufweisen, gefolgt von Energie. Catering und Materialeinsatz sind vergleichsweise gering.
Die Analyse liefert bei Kinodokumentar- als auf bei den Kinospielfilmen eine klare Verteilung:
Reise und Transport ist der mit Abstand größte Emissionstreiber dazu zählen Emissionen des Personen- und Warentransports, des Flugverkehrs und Übernachtungen:
- Kinodokumentarfilme: 84,1%
- Kinospielfilme: 72,9 %
Energie steht an zweiter Stelle, dazu zählen der Energieverbrauch für Drehorte, Technische Ausrüstung, die Postproduktion, die Versorgung der Büroräumlichkeiten und Studioaufnahmen:
- Kinodokumentarfilme: 9,7%
- Kinospielfilme: 10,2%
Nach den beiden größten Emissionstreibern Reise/Transport und Energie, spaltet sich die Relative Verteilung in Kinodokumentar- und Kinospielfilme auf.
Bei den Kinodokumentarfilmen folgt Catering als drittgrößter Bereich, während der Materialeinsatz gering ausfällt: Catering 5,3%; Materialeinsatz 0,9%
Bei den Kinospielfilmen folgt der Materialeinsatz als drittgrößter Bereich, noch vor dem Catering: Materialeinsatz 9,1%; Catering 7,7%