Grüne Wasserpflanzen mit feinen, langen Halmen, auf denen zahlreiche kleine, glänzende Luftblasen haften.

Analyse der Green Filming-Mehrkosten

Bereits seit 2021 sind etwaige Mehrkosten für die Einhaltung der nachhaltigen Kriterien im Rahmen der Filmherstellung grundsätzlich förderfähig.

Dabei kalkulieren und definieren Filmproduktionen vor Projektstart eventuell anfallende Mehrkosten als SOLL-Stand. Bei der Endabrechnung des Projektes werden die tatsächlich angefallenen Mehrkosten als IST-Stand gegenübergestellt.

Im Rahmen der Analyse der vorliegenden Untersuchung liegt der Fokus derzeit auf den nachweisbaren, gemeldeten Mehrkosten.

Potenziell vorhandene, jedoch bislang nicht belegbare Einsparungen durch nachhaltige Maßnahmen, konnten nicht abgebildet werden. Darunter fallen beispielsweise nicht getätigte Flugreisen, die durch Online-Meetings ersetzt oder insgesamt eingespart werden, oder reduzierte Energie- und Materialverbräuche.

Ebenso konnten allfällige Mehrkosten, die in den IST-Mehrkosten von den Produktionen nicht ausgewiesen werden konnten, wie beispielsweise Gegenangebote „nachhaltig versus herkömmlich“, nicht mitberechnet werden.

Somit stehen hier Einsparungen, fehlenden nicht abbildbaren Kosten gegenüber. Daraus ergeben sich vermutliche Schwankungsbreiten in den vorliegenden Kennzahlen, die auf Grundlage der aktuellen Datenlage nicht quantifiziert werden.

Per 31.12.2025 lagen für 59 Kinofilmprojekte sowohl geplante als auch tatsächlich angefallene Mehrkosten vor – darunter

  • 16 Kinodokumentarfilmprojekte
  • 43 Kinospielfilmprojekte

Zur besseren Vergleichbarkeit werden in der vorliegenden Analyse beide Filmgattungen (Kinodokumentar- und Kinospielfilm) getrennt ausgewertet.

  • MEDIAN: Nachdem die Werte der Mehrkosten durch die Unterschiedlichkeit der Projekte nicht normalverteilt sind und stark schwanken, wird für die Analyse ein Median aus den vorhandenen Daten definiert. Der Median stellt in der Analyse die zentrale Tendenz der Datenmenge dar.
  • KENNZAHLEN: Da die Herstellungskosten durch die Unterschiedlichkeit der Projekte stark schwanken, wurden Kennzahlen aus den Mehrkosten im Verhältnis zu den Herstellungskosten und im Vergleich zum österreichischen Anteil an den Herstellungskosten gebildet.
  • Eine Kategorisierung nach Herstellungskosten ist aufgrund der Größe der Stichprobe zum jetzigen Zeitpunkt derzeit statistisch nicht belastbar. Mit mehr Daten kann eine Clusterung in Zukunft erfolgen.

In der Regel sollten die Mehrkosten für das gesamte Projekt gemeldet werden. Nachdem dies bei internationalen Koproduktionen nicht immer möglich ist, wurde neben dem Gesamtbudget, der österreichische Finanzierungsanteil herangezogen.

Die Kennzahlen bilden die Mehrkostenintensität ab.

Die Analyse zeigt, dass die ausgewiesenen IST-Mehrkosten des österreichischen Kinospielfilms im Verhältnis zur Gesamtproduktion sowohl bei Kinodokumentarfilmen als auch bei Kinospielfilmen gering sind. Eine ökologisch nachhaltige Filmproduktion verursacht somit lt. Median keine wesentlichen Zusatzkosten.

Die Mehrkosten sind bei Kinodokumentarfilmen im Verhältnis zu den Herstellungskosten aufgrund der niedrigeren Budgethöhe etwas höher als bei Kinospielfilmen.

Das tatsächliche Kostenniveau nachhaltiger Kinofilmproduktionen ist aufgrund potenziell vorhandener, derzeit jedoch nicht quantifizierbarer Einsparungen, die in der aktuellen Auswertung noch nicht berücksichtigt werden konnten, voraussichtlich niedriger einzuschätzen.

Nur insgesamt 8,5 % der Projekte haben explizit Kosteneinsparungen ausgewiesen. Die Erfassung von Kosteneinsparungen ist mit großen Herausforderungen verbunden, da zum Beispiel Einsparungen von nicht getätigten Flügen oder geringere Entsorgungskosten im Projektverlauf nur sehr eingeschränkt bzw. aus zeitlichen Gründen nicht erfasst werden können.

  • Die Analyse der Streuung und Entstehung der IST-Mehrkosten im Verhältnis zu den Herstellungskosten weist darauf hin, dass die Höhe der Herstellungskosten keinen dominanten Einfluss auf das Ausmaß der Mehrkosten ausübt.

Dies zeigt sich darin, dass die Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten bei Projekten mit höheren Herstellungsbudgets nicht linear ansteigen.

Vielmehr ist tendenziell eine sinkende Mehrkostenintensität bei steigenden Herstellungskosten zu beobachten.

  • Der berechnete Korrelationskoeffizient (Kinodokumentarfilm: r = 0,05, p-Wert = 0,86 und Kinospielfilm: r = −0,18; p = 0,25) weist keinen signifikanten Zusammenhang auf. Dies bestätigt, dass in beiden untersuchten Filmgattungen kein linearer Zusammenhang zwischen der Höhe der Herstellungskosten und den Green-Filming-Mehrkosten besteht.
  • Entsprechend kann lediglich ein kleiner Teil der Varianz der Mehrkosten durch die Gesamtherstellungskosten in den jeweiligen Filmgattungen erklärt werden (Dokumentarfilme, 0,25 %; Spielfilme etwa 3 %). Damit gibt es keine lineare Steigerung der Mehrkosten bei steigenden Herstellungskosten.
  • Daraus lässt sich ableiten, dass andere produktionsspezifische Faktoren, wie die Ausgestaltung oder eine bewusste Planung einen maßgeblichen Einfluss auf die Höhe der Mehrkosten haben.

Bei den Dokumentarfilmen zeigt sich keine erkennbare Abnahme der Green-Filming-Mehrkosten bei steigenden Herstellungskosten. Es gibt keinen statistisch nachweisbaren Zusammenhang.

Die Analyse der Kinospielfilme deutet eine tendenzielle Abnahme der Mehrkosten an, diese ist jedoch statistisch nicht signifikant. Eine Tendenz ist derzeit erkennbar, diese ist jedoch statistisch noch nicht belegbar.

Mit einer steigenden Anzahl an ausgewerteten Projekten in den kommenden Jahren ist von einer weiteren Präzisierung der Ergebnisse auszugehen.

Die Analyse von 59 Kinofilmprojekten verdeutlicht, dass der größte Anteil der Green Filming Mehrkosten auf zusätzliche Aufwendungen für Personal die größte Position darstellen.

Zu beachten ist, dass ein gewisser Grundbetrag unabhängig vom Produktionsbudget anfällt, da beispielsweise die Personalkosten für Green Film Consultants in jedem Projekt entstehen. Besonders bei kleineren Projekten machen diese Fixkosten einen größeren Anteil der Gesamtkosten aus.

Die Implementierung und Umsetzung ökologisch nachhaltiger Maßnahmen erfordern zusätzliche zeitliche Ressourcen (z.B. für Beratung, Koordinierung, Recherche, Berichterstattung).

Zur Analyse der relativen Verteilung der IST-Mehrkosten bei 16 Kinodokumentarfilmen und 43 Kinospielfilmen wurden die ausgewiesenen IST-Mehrkosten zur detaillierten Analyse in Kostenkategorien gegliedert.

Personalkosten:

  • Green Film Consultant
  • Green Runner
  • Mehrkosten für den Stab

Sachkosten:

Die Schkosten umfassen sämtliche weitere Bereiche und beinhalten ebenso den Anteil der Treibhausgaskompensationskosten.

Allfällig ausgewiesene kostenmindernde Erträge wurden bei der Berechnung der Sachkosten berücksichtigt. Nur insgesamt 8,5% der Projekte haben explizit Kosteneinsparungen ausgewiesen.

Kinodokumentarfilm

Personalkosten: 72,6 %
Sachkosten: 27,4 %

Aus der Analyse der Daten von 16 Kinodokumentarfilmen geht hervor, dass die relative Verteilung des Anteils der Personalkosten den größeren Teil der IST-Mehrkosten darstellt. Die relative Verteilung der sonstigen Kosten inklusive der Treibhausgaskompensationen stellt den kleineren Kostenanteil dar.

Die Treibhausgaskompensationskostenanteil beträgt im Durchschnitt 4,1 % der IST-Mehrkosten.

Relative Verteilung der Green Filming Mehrkosten – Kinodokumentarfilme

Personalkosten 72,6%
Sachkosten 27,4%
4,1%

Anteil der CO2-Kompensationskosten an IST-Mehrkosten – Dokumentarfilm

Kinospielfilm

Personalkosten: 66,8 %
Sachkosten: 33,2 %

Aus der Analyse der Daten von 43 Kinospielfilmen geht hervor, dass die relative Verteilung des Anteils der Personalkosten den größeren Teil der IST-Mehrkosten darstellt. Die relative Verteilung der sonstigen Kosten inklusive der Treibhausgaskompensationen stellt den kleineren Kostenanteil dar.

Die Treibhausgaskompensationskostenanteil beträgt im Durchschnitt 3,9 % der IST-Mehrkosten.

Relative Verteilung der Green Filming Mehrkosten – Spielfilme

Personalkosten 66,8%
Sachkosten 33,2%
3,9%

Anteil der CO2-Kompensationskosten an IST-Mehrkosten – Spielfilm

Kinodokumentarfilm

Im Median der herangezogenen 16 Kinodokumentarfilme liegen die Herstellungskosten bei 445.000 EUR.

  • Bei Kinodokumentarfilmen entstehen durchschnittlich EUR 1.249 Mehrkosten pro 100.000 EUR Gesamtherstellungskosten. Das sind 1,5%.
  • Bezogen auf den österreichischen Herstellungskosten sind es 1.637 EUR pro 100.000 EUR Budget. Das sind 1,8%.
  • Zu beachten ist, dass ein gewisser Grundbetrag unabhängig vom Produktionsbudget anfällt, da beispielsweise die Personalkosten für Green Film Consultants in jedem Projekt entstehen. Besonders bei kleineren Projekten machen diese Fixkosten einen größeren Anteil der Gesamtkosten aus.
1,5% Mehrkostenanteil Gesamtherstellungskosten (Kinodokumentarfilm)
1,8% Mehrkostenanteil österreichische Herstellungskosten (Kinodokumentarfilm)
1249€ Durchschnittliche Mehrkosten pro 100.000 EUR Gesamtherstellungskosten (Kinodokumentarfilm)
1637€ Durchschnittliche Mehrkosten pro 100.000 EUR österreichische Herstellungskosten (Kinodokumentartfilm)
  • Zu beachten ist, dass ein gewisser Grundbetrag unabhängig vom Produktionsbudget anfällt, da beispielsweise die Personalkosten für Green Film Consultants in jedem Projekt entstehen.

Kinospielfilme:

Im Median der herangezogenen 43 Kinospielfilme liegen die Herstellungskosten bei 3 Mio EUR.

  • Bei Kinospielfilmen entstehen durchschnittlich EUR 545 Mehrkosten pro 100.000 EUR Gesamtherstellungskosten. Das sind 0,5 %.
  • Bezogen auf den österreichischen Herstellungskosten sind es 1.024 EUR pro 100.000 EUR Budget. Das ist 1,0 %.
0,5% Mehrkostenanteil Gesamtherstellungskosten (Kinospielfilm)
1,0% Mehrkostenanteil österreichischer Herstellungskosten (Kinospielfilm)
545€ Durchschnittliche Mehrkosten pro 100.000 EUR Gesamtherstellungskosten (Kinospielfilm)
1024€ Durchschnittliche Mehrkosten pro 100.000 EUR östrreichischer Herstellungskosten (Kinospielfilm)
  • Zu beachten ist, dass ein gewisser Grundbetrag unabhängig vom Produktionsbudget anfällt, da beispielsweise die Personalkosten für Green Film Consultants in jedem Projekt entstehen.

Kennzahlen der Green Filming Mehrkosten im Vergleich:

Filmgattung Soll-Mehrkosten (Median)Ist-Mehrkosten (Median)Herstellungskosten (Median)Mehrkosten pro € 100.000 (gesamt)Anteil an Herstellungskosten (gesamt)Mehrkosten pro € 100.000 (AT-Anteil)Anteil an Herstellungskosten (AT-Anteil)
Kinodokumentarfilm6.371 €6.115 €445.060 €1.249 €1.50%1.637 €1.80%
Kinospielfilm21.035 €19.349 €3,0 Mio.€ 545 €0.50%1.024 €1.00%

Kinodokumentarfilm

Die Trendlinie ergibt keine erkennbare Tendenz und damit auch keinen Hinweis, dass die IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR in einem Zusammenhand mit den Gesamtherstellungskosten stehen.

Green Mehrkosten im Vergleich zu den Gesamtherstellungskosten – Kinodokumentarfilme

Kinodokumentarfilme: Korrelation der Green Filming Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten und der Gesamtherstellungskosten

Kinospielfilm

  • Die im Streudiagramm herangezogenen 43 Kinospielfilme sind als Punkte dargestellt.
  • Auf der waagrechten Achse sieht man die Gesamtherstellungskosten (in Millionen Euro). Auf der senkrechten die Mehrkosten pro 100.000 EUR Gesamtherstellungskosten.
  • Die Trendlinie ist leicht abfallend, was auf einen schwachen negativen Zusammenhang der Mehrkosten und der Gesamtherstellungskosten hinweist.

Green Filming Mehrkosten im Vergleich zu den Gesamtherstellungskosten – Kinospielfilme

Kinospielfilme: Korrelation der Green Filming Merkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten und der Gesamtherstellungskosten

Als Kennzahl der herangezogenen 16 Kinodokumentarfilme und 43 Kinospielfilme wird die Verteilung der IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten betrachtet. Durch die Verwendung dieser Kennzahl, anstatt der Nutzung der absoluten Höhe der IST-Mehrkosten, sind Filme mit unterschiedlichen Gesamtherstellungskosten direkt vergleichbar.

Ergänzend zur Analyse der Korrelation zwischen den IST-Mehrkosten und den Herstellungskosten in beiden Filmgattungen erfolgt eine grafische Auswertung mittels Boxplot, die die Verteilung der IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten darstellt.

Kinodokumentarfilm

  • Median und Mittelwert:

Der Median der tatsächlich angefallenen IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten beträgt 1.249 EUR , während der arithmetische Mittelwert bei 1.549 EUR liegt. Aufgrund der großen Spannbreite der vorliegenden Daten wird in der Analyse der Median als aussagekräftiger Kennwert herangezogen.

Zu beachten ist, dass ein gewisser Grundbetrag unabhängig vom Produktionsbudget anfällt, da beispielsweise die Personalkosten für Green Film Consultants in jedem Projekt entstehen.

  • Die Hälfte der untersuchten 16 Kinodokumentarfilme liegt bei den IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten unterhalb des Medianwerts von 1.249 EUR , die andere Hälfte darüber.  Einzelne Kinodokumentarfilmprojekte, die vergleichsweise hohe IST-Mehrkosten ausweisen ziehen den Durchschnitt nach oben.
  • Die mittleren 50 % der Kinodokumentarfilme liegen in der Bandbreite von 838 EUR und 1.741 EUR der IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten. Statistisch gesehen entstehen, auf Grundlage derzeit vorliegender Daten, bei einem Großteil der Kinodokumentarfilme, die IST-Mehrkosten in diesem Bereich.
  • Insgesamt weisen 13 der 16 untersuchten Kinodokumentarfilme IST-Mehrkosten von weniger als 2.000 EUR je 100.000 EUR Herstellungskosten auf.

Verteilung der Green Filming Mehrkosten – Kinodokumentarfilme

1.249

Median der Green Filming Mehrkosten je 100.000 EUR Herstellungskosten von Kinodokumentarfilmen

Kinospielfilm

  • Median und Mittelwert:

Der Median der tatsächlich angefallenen IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten beträgt 545 EUR , während der arithmetische Mittelwert bei 635,40 EUR liegt. Aufgrund der großen Spannbreite der vorliegenden Daten wird in der Analyse der Median als aussagekräftiger Kennwert herangezogen.

Zu gilt zu beachten, dass ein Grundbetrag unabhängig vom Produktionsbudget anfällt, da beispielsweise die Personalkosten für Green Film Consultants in jedem Projekt entstehen.

  • Die Hälfte der untersuchten 43 Kinospielfilme liegt bei den IST-Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten unterhalb des Medianwerts von 545 EUR , die andere Hälfte darüber. Einzelne Kinospielfilmprojekte, die vergleichsweise hohe IST-Mehrkosten ausweisen ziehen den Durchschnitt nach oben.
  • Die mittleren 50 % der Kinospielfilme liegen in der Bandbreite von 285,90 EUR und 805,10 EUR Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten. Statistisch gesehen entstehen, auf Grundlage derzeit vorliegender Daten, bei einem Großteil der Kinospielfilme, die IST-Mehrkosten in diesem Bereich.
  • Insgesamt weisen 35 der 43 untersuchten Kinospielfilme IST-Mehrkosten von weniger als 1.000 EUR je 100.000 EUR Herstellungskosten auf.

Verteilung der Green Filming Mehrkosten – Kinospielfilme

Boxplot der Green Filming Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten bei Kinospielfilmen
545

Median der Mehrkosten pro 100.000 EUR Herstellungskosten von Kinospielfilmen

Die Analyse des Vergleichs zwischen geplanten (SOLL-) und tatsächlich angefallenen (IST-) Mehrkosten bei 16 Kinodokumentarfilmen und 43 Kinospielfilmen erfolgt auf Basis des Medians, da die zugrunde liegenden Daten eine hohe Streuung aufweisen. Diese hohe Streuung der Mehrkosten deutet darauf hin, dass diese von Projekt zu Projekt sehr unterschiedlich ausfallen können.

Kinodokumentarfilm

  • Bei den 16 Kinodokumentarfilmen lagen die geplanten Mehrkosten im Median bei 6.371 EUR. Bei Projektende wurden im Median 6.115 EUR an Mehrkosten gemeldet. Dies entspricht einer Einsparung von 256 EUR in absoluten Zahlen (im Median).
  • Der Vergleich zwischen geplanten (SOLL-) und tatsächlich angefallenen (IST-)Mehrkosten zeigt, dass die Mehrkosten bei Kinodokumentarfilmen zum Abrechnungszeitpunkt im Median um rund 4 % gesunken sind.

Kinospielfilm

  • Bei den 43 Kinospielfilmen lagen die geplanten Mehrkosten im Median bei 21.035 EUR. Bei Projektende wurden im Median 19.349 EUR an Mehrkosten gemeldet. Dies entspricht einer Einsparung von 1.686 EUR in absoluten Zahlen (im Median).
  • Der Vergleich zwischen geplanten (SOLL-) und tatsächlich angefallenen (IST-)Mehrkosten zeigt, dass die Mehrkosten bei Kinospielfilmen zum Abrechnungszeitpunkt im Median um rund 8 % gesunken sind.

Das Österreichische Umweltzeichen umfasst über 60 Richtlinien und wird nach fünf Kategorien (Produkte & Dienstleistungen, Tourismus & Gastronomie, Schulen & Bildungseinrichtungen, Green Meetings & Events, Kunst & Kultur) vergeben. Es handelt sich um ein staatliches Typ‑1‑Umweltgütesiegel nach EN ISO 14024, ist ein freiwilliges, unabhängiges, mehrkriterienbasiertes Umweltzeichen, das Produkte zertifiziert.

Nach der Überarbeitung der „RLUZ76-Green Producing in Film und Fernsehen“ des Österreichischen Umweltzeichens können Kinofilmprojekte seit 2021 zertifiziert werden.

Die Erstauflage stammt aus dem Jahr 2017 und liegt seit 2025 in der Version 3.0 vor. Die Richtlinie muss alle 4 Jahre überarbeitet werden.

Hierbei wird ein spezifischer Kinofilm als Produkt zertifiziert, während die Produktionsfirma zur Lizenznehmer*in wird. Die Dauer der erlaubten Zeichennutzung für das Produkt beträgt 4 Jahre.

Die Verantwortung für das Österreichische Umweltzeichen liegt beim zuständigen Bundesministerium Land und Forstwirtschaft, Klima und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, unterstützt durch den Verein für Konsumenteninformation (VKI). Der VKI ist in den Prüf- und Zertifizierungsprozess eingebunden und verwaltet den Prüfer*innen-Pool.

Es fallen Antrags‑, Nutzungs- und Gutachtenskosten, sowie Re-Zertifizierungskosten an. Exakte Kosten erhält man nur durch direkte Anfrage. Diese hängen stark vom Prüfaufwand ab wie der Größe der Produktion, der Anzahl der Drehtage, Anzahl der beteiligten Gewerke, aber besonders je nach Aufwand des Gutachters. Daher werden Kosten oft projektbezogen kalkuliert.

Die projektbezogenen Kosten, bis zur Fertigstellung des Films, werden im geförderten Kinofilmbereich derzeit zur Gänze aus dem Kunst- und Kulturbudget getragen. Re-zertifizierungs- oder Nutzungskosten werden von den Produktionsunternehmen bezahlt.

Seit dem Jahr 2021 haben 22 Kinofilmprojekte von 169 zugesagten Projekten, die den Regelungen für eine verpflichtende Nachhaltige Umsetzung unterliegen, eine Zertifizierung nach der Richtlinie UZ76 Green Producing in Film und Fernsehen des Österreichischen Umweltzeichens angestrebt. Das sind 10,63% aller zugesagter Kinofilmprojekte.

Dafür wurden Kosten von 112.775,50 EUR kalkuliert, das sind im Durchschnitt 5126 EUR pro Projekt. Die absoluten Kosten können derzeit von 22 Kinofilmen nicht genannt werden, da die Projekte derzeit noch nicht abgeschlossen sind.