Am Mittwoch Abend, dem 27. Mai 2026, fand die feierliche Preisverleihung der ersten Runde des zweistufigen Drehbuchwettbewerbs IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT im Filmcasino in Wien statt.
Die hochkarätige Jury hat aus 63 (!) eingereichten Exposés 5 ausgewählt, die jeweils mit einem Preisgeld von je 4.000 Euro ausgezeichnet wurden. Der Preis umfasst zusätzlich eine dramaturgische Begleitung durch erfahrene Drehbuchautor*innen.
Das Drehbuchforum Wien, das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, das Österreichischen Filminstitut/ Gender*Diversity*Inclusion und FC GLORIA Feminismus Vernetzung Film freuen sich sehr, die Preisträger*innen der ersten Wettbewerbsstufe (vom Exposé zum Treatment) von IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT bekannt zu geben:
- Diego Rojas Ortiz und Jorge Luis García mit Coral Child
Die neunjährige Lucía, die in der Nähe einer Meeresforschungsstation aufwächst, entwickelt eine stille Freundschaft zu einem in den Korallen lebenden Wesen und lernt dabei, die Natur als etwas zu begreifen, das aktiv zurückblickt. Eine Geschichte, die dem Ozean eine intime, kindliche Präsenz verleiht und damit ökologische Trauer in eine unmittelbare Erfahrung transferiert. - Maximilian Fürst mit Der Erlebnisbericht
Eine achtjährige Pflegefamilientochter droht kurz vor dem Wiedersehen mit ihrer leiblichen Mutter alles zu verlieren, als sie in einer Kinderbande bestehen will und bei einem Ladendiebstahl erwischt wird. Die Geschichte zeigt, was es bedeutet als Frau, als Pflegemutter, als Mädchen und als Schülerin ganz selbstverständlich mehr Fürsorgearbeit leisten zu müssen als andere.
- Lilli Schwabe und Kathi Senn mit Das Flüstern des Waldes
In dem modernen Märchen entdecken zwei Waisenkinder ein uraltes Familiengeheimnis und begeben in den Wäldern auf die Spuren ihrer (Räuber-)Vorfahren. Es braucht keinen Prinzen mehr, der alle rettet. Das erledigen die Mädchen selbst, mit Hilfe von Pilzen. So lernen sie, dass der größte Schatz weder Gold noch Geld ist, sondern die Natur.
- Ella Stanley und Moritz Licht mit Die Wimplewoods
Die Heldin ist eine neugierige Maus, die von ihrem Froschkönig-Vater losgeschickt wird, um angesichts eines drohenden Krieges auf einem verlassenen Minigolfplatz das Tierreich zu retten. Uns begegnet ein Hamster mit Angststörungen, ein vierzehnjähriger Junge, der vom Zweiten Weltkrieg besessen ist, eine Eidechse, die gerne raucht, obwohl sie mit jedem Zigarettenzug kurz in Ohnmacht fällt. Ein Familienfilm der etwas wilderen Sorte.
- Barbara Wolfram mit Wirbel
Eine zehnjährige Mathematikbegeisterte zieht mit ihren Müttern aufs Land und sucht Halt in Zahlen und Formeln, während um sie herum alles in Bewegung gerät. Sie startet mit zwei neuen Freund*innen eine Petition gegen einen umstrittenen Windpark, wodurch sie beim gemeinsamen Haustürwahlkampf lernt, dass Zuhören wichtiger ist als Rechthaben.
AUSBLICK
Die fünf ausgewählten Stoffe werden bis Anfang November 2026 zu Treatments weiterentwickelt und stehen dann erneut im Wettbewerb. Einer der Stoffe wird durch die Jury mit einer weiteren Förderung von 12.000 Euro und zusätzlicher dramaturgischer Begleitung ausgezeichnet. In dieser Phase geht es um die Entwicklung vom Treatment zu einem fertigen Drehbuch. Mit dem Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT und dem anschließenden Pitching wird vielen Stoffen ein guter Start in die Drehbuchentwicklung gegeben und ein klares Signal an die Filmbranche gesetzt: Es gibt viele talentierte Drehbuchautor*innen und innovative Frauen*figuren jenseits der Klischees und speziell auch großes Interesse und spannende Ideen für Familienfilme. Es bleibt zu hoffen, dass die Projekte das Interesse von Produktionsfirmen und Förderstellen wecken, wichtige Beiträge zur Stoffentwicklung in Österreich liefern und dadurch auch zur gendergerechteren Verteilung der Fördermittel beitragen.
