Eine Gruppe von Menschen steht auf einer Bühne, einige halten Sonnenblumen und Urkunden, im Hintergrund Logos und roter Vorhang.
© Stefanie Weberhofer

Am Mittwoch Abend, dem 27. Mai 2026, fand die feierliche Preisverleihung der ersten Runde des zweistufigen Drehbuchwettbewerbs IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT im Filmcasino in Wien zum Thema „Familienfilm“ statt. Wir gratulieren den Preisträger*innen der ersten Stufe:

  • Diego Rojas Ortiz und Jorge Luis García mit Coral Child
  • Maximilian Fürst mit Der Erlebnisbericht
  • Lilli Schwabe und Kathi Senn mit Das Flüstern des Waldes
  • Ella Stanley und Moritz Licht mit Die Wimplewoods
  • Barbara Wolfram mit Wirbel

Am Mittwoch Abend, dem 27. Mai 2026, fand die feierliche Preisverleihung der ersten Runde des zweistufigen Drehbuchwettbewerbs IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT im Filmcasino in Wien statt.

Die hochkarätige Jury hat aus 63 (!) eingereichten Exposés 5 ausgewählt, die jeweils mit einem Preisgeld von je 4.000 Euro ausgezeichnet wurden. Der Preis umfasst zusätzlich eine dramaturgische Begleitung durch erfahrene Drehbuchautor*innen.

Das Drehbuchforum Wien, das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, das Österreichischen Filminstitut/ Gender*Diversity*Inclusion  und FC GLORIA Feminismus Vernetzung Film freuen sich sehr, die Preisträger*innen der ersten Wettbewerbsstufe (vom Exposé zum Treatment) von IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT bekannt zu geben:

  • Diego Rojas Ortiz und Jorge Luis García mit Coral Child
    Die neunjährige Lucía, die in der Nähe einer Meeresforschungsstation aufwächst, entwickelt eine stille Freundschaft zu einem in den Korallen lebenden Wesen und lernt dabei, die Natur als etwas zu begreifen, das aktiv zurückblickt. Eine Geschichte, die dem Ozean eine intime, kindliche Präsenz verleiht und damit ökologische Trauer in eine unmittelbare Erfahrung transferiert.
  • Maximilian Fürst mit Der Erlebnisbericht
    Eine achtjährige Pflegefamilientochter droht kurz vor dem Wiedersehen mit ihrer leiblichen Mutter alles zu verlieren, als sie in einer Kinderbande bestehen will und bei einem Ladendiebstahl erwischt wird. Die Geschichte zeigt, was es bedeutet als Frau, als Pflegemutter, als Mädchen und als Schülerin ganz selbstverständlich mehr Fürsorgearbeit leisten zu müssen als andere.

  • Lilli Schwabe und Kathi Senn mit Das Flüstern des Waldes
    In dem modernen Märchen entdecken zwei Waisenkinder ein uraltes Familiengeheimnis und begeben in den Wäldern auf die Spuren ihrer (Räuber-)Vorfahren. Es braucht keinen Prinzen mehr, der alle rettet. Das erledigen die Mädchen selbst, mit Hilfe von Pilzen. So lernen sie, dass der größte Schatz weder Gold noch Geld ist, sondern die Natur.

  • Ella Stanley und Moritz Licht mit Die Wimplewoods
    Die Heldin ist eine neugierige Maus, die von ihrem Froschkönig-Vater losgeschickt wird, um angesichts eines drohenden Krieges auf einem verlassenen Minigolfplatz das Tierreich zu retten. Uns begegnet ein Hamster mit Angststörungen, ein vierzehnjähriger Junge, der vom Zweiten Weltkrieg besessen ist, eine Eidechse, die gerne raucht, obwohl sie mit jedem Zigarettenzug kurz in Ohnmacht fällt. Ein Familienfilm der etwas wilderen Sorte.

  • Barbara Wolfram mit Wirbel
    Eine zehnjährige Mathematikbegeisterte zieht mit ihren Müttern aufs Land und sucht Halt in Zahlen und Formeln, während um sie herum alles in Bewegung gerät. Sie startet mit zwei neuen Freund*innen eine Petition gegen einen umstrittenen Windpark, wodurch sie beim gemeinsamen Haustürwahlkampf lernt, dass Zuhören wichtiger ist als Rechthaben.

 

AUSBLICK

Die fünf ausgewählten Stoffe werden bis Anfang November 2026 zu Treatments weiterentwickelt und stehen dann erneut im Wettbewerb. Einer der Stoffe wird durch die Jury mit einer weiteren Förderung von 12.000 Euro und zusätzlicher dramaturgischer Begleitung ausgezeichnet. In dieser Phase geht es um die Entwicklung vom Treatment zu einem fertigen Drehbuch. Mit dem Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT und dem anschließenden Pitching wird vielen Stoffen ein guter Start in die Drehbuchentwicklung gegeben und ein klares Signal an die Filmbranche gesetzt: Es gibt viele talentierte Drehbuchautor*innen und innovative Frauen*figuren jenseits der Klischees und speziell auch großes Interesse und spannende Ideen für Familienfilme. Es bleibt zu hoffen, dass die Projekte das Interesse von Produktionsfirmen und Förderstellen wecken, wichtige Beiträge zur Stoffentwicklung in Österreich liefern und dadurch auch zur gendergerechteren Verteilung der Fördermittel beitragen.

Anne Gröger wurde 1983 in Hildburghausen geboren und ist in Dresden aufgewachsen. Nach dem Abitur ging sie für ein Jahr nach Kyiw, Ukraine und arbeitete im Straßenkinderzentrum ASPERN. Es folgte ein Studium in Trier (Medienwissenschaft, BWL, Politik). In dieser Zeit arbeitete sie an diversen Kurzfilmprojekten mit und absolvierte Praktika im Film- und Journalismusbereich. Von 2008 – 2010 studierte Anne Drehbuch an der Hamburg Media School. Seit Ende ihres Studiums arbeitet sie als freie Autorin für Film, Fernsehen und Hörspiele. Außerdem veröffentlichte sie zwei Romane für Kinder und Jugendliche. Momentan lebt Anne in Leipzig.

 

Senad Halilbašić, geboren in Bosnien und Herzegowina, studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien und promovierte 2018 mit einer Arbeit zum Theater während des Bosnienkriegs. Er arbeitet als Drehbuchautor für Kino und Serie, u. a. für Souls (Drehbuchpreis beim Canneseries Festival), 7500 (Österreichischer Filmpreis 2021 für das beste Drehbuch), Der Pass sowie Tatort – Dunkelheit (Grimme-Preis-Nominierung). Sein Film Vier minus Drei feierte 2026 in der Panorama-Sektion der Berlinale Premiere und ist ein großer Kinoerfolg. Senad Halilbašić ist mit dem Drehbuch zum österreichischen Filmpreis nominiert. Derzeit wird seine Adaption des Romans Herkunft gedreht. Aktuell entwickelt er mit Saša Stanišić die Verfilmung des Jugendromans Wolf.

 

Dorothea Löcker, geboren am 4. September 1948 in Wien. Verlegerin des Picus Verlags, Autorin und Illustratorin von Kinderbüchern, Lektorin und Grafikerin. Seit über 40 Jahren in der Kinderbuchbranche tätig, verfügt sie über umfassende Expertise in der Entwicklung und Gestaltung des Kinderbuchprogramms ihres Verlags. Mehrfaches Jury-Mitglied für das Mira-Lobe-Stipendium (Literarische Projekte der Kinder- und Jugendliteratur in Prosa, Lyrik, Dramatik und Illustration) sowie für den Romulus-Candea-Preis für Kinderbuchillustration. Lebt und arbeitet in Wien.

 

Antonia Prochaska (sie/ihr) lehrt zum Thema Kino an der Kunstuniversität Linz (künstlerisches Lehramt) und leitet an der Akademie des Österreichischen Films den Bereich der Filmbildung. In dieser Funktion entwickelt sie angewandte Filmbildungsprojekte wie z.B. die Kann Film die Welt verbessern? Schulprojektwochen, oder die GEN SLASH Jugendjury, und kooperiert für den Young Audience Award mit der European Film Academy. Ein weiterer Fokus ist die internationale Vernetzung, der Austausch und Wissenstransfer für die Filmbildung. 2023 hat sie den Arbeitskreis für Filmbildung in Österreich initiiert, 2025 war sie Teil der Auswahlkommission des Goldenen Spatz und hat 2026 einen Think Tank zum Thema Kino ohne Kinder auf der Diagonale mitgestaltet. Ihr Diplom in Bildender Kunst hat sie 2015 mit einer künstlerisch forschenden Arbeit zum Thema Monster und Drastische Ästhetik im phantastischen Film abgeschlossen. Ein österreichisches Kino zu stärken, das die Liebe zum Medium Film weckt und dabei junge Menschen und ihre Familien als relevantes und kritisches Publikum der Gegenwart in all seiner Vielseitigkeit ernst nimmt, und ist ihr Ziel.

 

Isa Schieche lebt und arbeitet als bildende Künstlerin und Filmemacherin in Wien. In ihrer bildhauerischen und filmischen Arbeit thematisiert sie Brauchtum und Handwerk, Schwesternschaft und Queerness. 2024 erhielt Isa Schieche den Max Ophüls Preis – Bester Kurzfilm für “Die Räuberinnen” und den Dorothea-von-Stetten-Kunstpreis. 2025 erhielt sie für “Lawles” den Hauptpreis des Drehbuchwettbewerbs If she can see it, she can be it, 2026 den Local Artist Award für „Gay by Nature“ bei Crossing Europe. Isa Schieche war Teil des Programmboards des Festival der Regionen, das im Juni 2025 in Braunau am Inn stattfand. Ihre Filme wurden bei zahlreichen Festivals gezeigt wie dem SXSW-Texas, BFI Flare London, Diagonale Graz, Palm Springs International Film Festival, Frameline48 San Francisco und Kasseler Dokfest.

Zusätzlich zu den Preisträger*innen haben fünf weitere, durch die Jury ausgewählte Teilnehmer*innen des Wettbewerbs die Möglichkeit, die für den Wettbewerb entwickelten Stoffe österreichischen Produzent*innen und Producer*innen vorzustellen und sich im persönlichen Gespräch wertvolles Feedback zu holen. Dieses Pitching wird im Juni 2026 stattfinden.

Der zweistufige Drehbuchwettbewerb richtet sich an alle Österreicher*innen und Auslandsösterreicher*innen sowie Personen mit ständigem Wohnsitz in Österreich. Einzureichen sind Exposés für abendfüllende Kino-Spielfilme mit mindestens einer zentralen Frauen*figur zum Thema Familienfilm.

Einreichfrist: 25. Februar 2026

Thema: Familienfilm

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Wettbewerbs wollen wir wieder einen neuen Impuls setzen und diesmal den Familienfilm in den Fokus zu rücken.

Ein gelungener Familienfilm nimmt Kinder und junges Publikum ernst: mit ihren Interessen, Herausforderungen, ihrem Blick auf die Welt. Gleichzeitig erreicht er als All Age Movie generationenübergreifend auch ein erwachsenes Publikum, was ihn auch so erfolgreich macht.

Kinder und Jugendliche sind ein sehr neugieriges, open-minded Publikum, aber auch beinhart ehrlich und wittern versteckte belehrende Mitteilungen sofort. Man darf sie nicht unterschätzen – umso lohnender ist es, wenn es gelingt, sie mit glaubwürdigen, komplexen Charakteren und spannenden Geschichten zu begeistern und mit Hoffnung, gemeinsam mit ihren Eltern, Tanten, Onkeln, Großeltern oder Freund*innen, aus dem Kino ziehen zu lassen.

In Österreich gibt es keine große Tradition im Kinder- und Familienfilm. In den letzten 20 Jahren nahm die Produktion (vor allem von originären Stoffen österreichischer Drehbuchautor*innen) noch weiter ab – obwohl Filme wie „Villa Henriette“ (2004), „Das Pferd auf dem Balkon“ (2012), „Maikäfer flieg!“ (2016), „Madison“ (2021), „Die Geschichten vom Franz“ (2022) und „Neue Geschichten vom Franz“ (2023) große Erfolge waren, sowohl auf Festivals als auch im Kino.

Wir wollen Autor*innen, Produzent*innen sowie auch Förderstellen ermutigern, das große Potential des Familienfilms zu erkennen!

Preisgeld

  • 1. Stufe: 5 × 4.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Treatments
  • 2. Stufe: 1 × 12.000 Euro und dramaturgische Begleitung zur Entwicklung eines Drehbuchs

Zusätzlich zur dramaturgischen Begleitung wird den Autor*innen je nach Exposé ein Kind oder eine jugendliche Person als Expert*in bei der Stoffentwicklung zur Seite gestellt.

Der zweistufige Wettbewerb

Der zweistufige Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT findet 2026 zum zehnten Mal statt. Ziel des Wettbewerbes ist es, die vermehrte Entstehung differenzierter, komplexer Frauen*figuren jenseits der Klischees für das österreichische und internationale Kino zu fördern. Insgesamt werden in zwei Wettbewerbsstufen Preisgelder in einer Gesamthöhe von 32.000 Euro vergeben. Die Preisgelder kommen den Autor*innen zugute. Dazu kommt jeweils eine dramaturgische Begleitung.

Mit einer gezielten Unterstützung von Drehbuchautor*innen bei der Entwicklung von Frauen*figuren jenseits der Klischees wollen das Drehbuchforum Wien und das Österreichische Filminstitut dazu beitragen, dass heimische Autor*innen ihre Ideen in einem finanziell abgesicherten Rahmen frei ausarbeiten können, ohne (wie oft üblich) in Vorleistung zu gehen und ohne sich an vermeintlichen Erfolgsrezepten orientieren zu müssen.

Zeitplan

  • Einreichtermin: 25. Februar 2026
  • Preisverleihung der ersten Stufe: Ende Mai 2026
  • Pitching: Juni 2026
  • Treatment-Abgabe der fünf prämierten Stoffe: Anfang November 2026
  • Hauptpreisverleihung: Ende November 2026

Stufe 1: Vom Exposé zum Treatment

Einzureichen sind in der ersten Wettbewerbsstufe Exposés für abendfüllende Kino- Spielfilme mit mindestens einer zentralen Frauenfigur. Prämiert werden in der ersten Wettbewerbsstufe fünf innovative Exposés heimischer Drehbuchautor*innen, die sich durch Frauen*figuren jenseits der Klischees auszeichnen. Zusätzlich zum Preisgeld von 4.000 Euro erhalten die ausgewählten Autor*innen dramaturgische Begleitung.

Pitching mit Produzentinnen und Producerinnen

Im Juni 2026 wird es wieder ein Pitching geben, bei dem für 10 weitere, durch die Jury ausgewählte Teilnehmer*innen des Wettbewerbs die Möglichkeit geboten wird, die für den Wettbewerb entwickelten Stoffe österreichischen Produzentinnen und Producerinnen vorzustellen und sich im persönlichen Gespräch wertvolles Feedback zu holen.

Stufe 2: Vom Treatment zum Drehbuch

In der zweiten Stufe des Wettbewerbs stehen die in der ersten Stufe entwickelten Treatments im Wettbewerb: Einer der Stoffe wird durch die Jury mit einer weiteren Förderung von 14.000 Euro ausgezeichnet. In dieser Phase geht es um die Entwicklung vom Treatment zu einem fertigen Drehbuch. Auch diese Phase schließt dramaturgische Begleitung mit ein.

Einreichunterlagen

  • ausgefülltes und unterzeichnetes Einreichformular >
  • Deckblatt mit Arbeitstitel und Autor*in
  • Kurzinhaltsangabe (3 – max. 5 Zeilen)
  • Exposé (3 – max. 5 Seiten, 12 Punkt Schrift)
  • Figurenbeschreibung (1 Seite)
  • Autor*innenstatement: Kurze Erklärung, warum gerade diese Geschichte erzählt werden soll und Vorstellungen über die filmische Umsetzung (max. 2 Seiten)
  • Kurze Erklärung, was von der dramaturgischen Begleitung erwartet wird (bezogen auf das Projekt)
  • Kurzbiographie (Fließtext) und Werkliste der/des Antragsteller*in
  • Bei Adaption eines bestehenden Werkes, (Options-)Vertrag über die Verfilmungsrechte
  • Drehbuchszene mit Dialogen aus dem eingereichten Stoff

Einreichungen sind digital als PDF (alle Dateien in einem pdf) an einreichung_ifshe@drehbuchforum.at zu schicken.

Die Einreichunterlagen sind in Schriftgröße 12 Punkt und auf Deutsch (nach Rücksprache und nur in begründeten Fällen in Englisch) vorzulegen und mit einem Deckblatt (Titel und Autor*in) zu versehen. Medien (DVDs, etc.) mit Arbeitsproben oder Referenzfilmen jeglicher Art können nicht berücksichtigt werden. Die Teilnehmer*innen haben keinen Anspruch auf Ersatz von im Rahmen der Wettbewerbsteilnahme entstandenen Kosten.

Teilnahmebedingungen

Antragsberechtigt sind alle Österreicher*innen und Auslands-Österreicher*innen sowie Personen mit ständigem (Haupt-)Wohnsitz in Österreich.

Voraussetzung ist, dass der*die Autor*in über die Rechte an dem eingereichten Stoff verfügt und noch keine vertragliche Bindung mit einer Produktionsfirma besteht.

Die Exposés können sowohl von Einzelpersonen als auch im Team entwickelt werden. Im Falle eines Teams reicht ein*e Autor*in unter Nennung der Co-Autor*innen für das gesamte Team ein, die Biographien der anderen Teammitglieder werden beigelegt.

Die Exposés müssen einem abendfüllenden Kino-Spielfilm (Mindestlänge von 70 Minuten) entsprechen und mindestens eine zentrale Frauenfigur beinhalten.

Es ist nur eine Einreichung pro Person möglich.
Bereits geförderte Stoffe sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Bereits zum Drehbuchwettbewerb IF SHE CAN SEE IT, SHE CAN BE IT eingereichte Stoffe können nicht nochmals eingereicht werden.

Einreichfirst: 25. Februar 2026